Park and Ride: Unausgegoren und unsinnig

Von Katharina Wojczenko

Die Idee, ausgerechnet dort Park and Ride auszuprobieren, wo das Klinikum seinen neuen Parkplatz bauen will, ist unausgegoren und unsinnig. Denn einen Pendlerparkplatz braucht dort oben kaum jemand.

Das Klinikum will nördlich der Oberpreuschwitzer Straße (im Luftbild rot markiert) einen zusätzlichen Parkplatz bauen. Der Bauausschuss will einen Teil der Gesamtfläche für Dauerparker reservieren. Das wäre der erste Park-and-Ride-Parkplatz Bayreuths. Foto: Vitali Kindsvater Foto: red

Stadtbaureferent Hans-Dieter Striedl hat es im Bauausschuss selbst gesagt: Damit Park and Ride angenommen wird, sind vier Voraussetzungen nötig. Nur eine davon erfüllt die Wiese an der Preuschwitzer Straße: Sie ist da und somit ein möglicher Standort.

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Folgende Kriterien erfüllt sie nicht: Sie kann keine Verkehrsströme bündeln, weil sie nicht etwa an einer stark befahrenen Bundesstraße liegt. Die „attraktive Einbindung“ in den städtischen Nahverkehr ist zweifelhaft.

Bayreuth leidet keinen Mangel

Die Wiese behebt auch keinen Parkplatzmangel an den Zielorten der Bayreuther – denn den gibt es mit 3000 Stellplätzen in einem Innenstadt-Umkreis von 500 Metern gar nicht. Striedl nennt dieses Angebot „groß“. Das bedeutet: Selbst die Verwaltung bezweifelt, dass Bayreuth Park and Ride überhaupt braucht. Und am Klinikum erst recht nicht.

Dauerparker sind kein Problem...

Es liegen keine Zahlen vor, die den Bedarf belegen. Dass Dauerparker an der Parknot am Klinikum schuld sind, wird zwar seit Jahren behauptet. Genau ermittelt hat das niemand. Klinikums-Geschäftsführer Joachim Haun schätzte (!) ihre Zahl auf maximal 20. Ein Problem sieht anders aus.

... aber sie könnten eins werden

Aber es könnte eins werden. Induzierter Verkehr heißt es und meint die Binsenweisheit: Wer Autofahrern Gutes tut, lockt sie an. Wer bessere Straßen baut, erzeugt mehr Verkehr. Mehr Parkplätze sind kein Anreiz, das Auto daheim stehen zu lassen. Das trifft auf den ganzen Parkplatz-Neubau zu.

Das vorgesehene Pendler-Eck auf dem Parkplatz würde Platz für 30 Autos bieten. Das Angebot wäre vor allem für Autofahrer interessant, die aus Richtung Dörnhof/Oberpreuschwitz kommen, was die Anwohner sicher nicht begrüßen. Und das Ganze müsste die Stadt auch noch bezahlen.

Achtung, Landschaftsschutzgebiet

Hinzu kommt: Die Fläche, die ein Parkplatz werden soll, ist abschüssig und grenzt an ein Landschaftsschutzgebiet. Dort einen Parkplatz zu genehmigen, ohne sich plausibel erklären zu lassen, wie das Klinikum verhindert, dass Öl und Dreck der Autos im Boden landen, ist unverantwortlich.

Bevor der Stadtrat diese Entscheidung trifft, sollte er auf Antworten bestehen.

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