Bad Berneck Festhalle soll in Wikingerhand bleiben

Faschingseröffnung vor zehn Jahren, in Vor-Corona-Zeiten: Auftritt eines Tanzmariechens in der Wikinger-Festhalle. Die Glasbausteine sollen zusammen mit der Heizung ausgetauscht werden. Foto: Archiv

In der Wikinger-Festhalle in Bad Berneck hat der Frohsinn eine Heimat – selbst in Corona-Zeiten. Und das soll auf lange Sicht so bleiben.

Bad Berneck - Für die von der Pandemie gebeutelte Faschingsgesellschaft Wikinger in Bad Berneck gibt es dieser Tage einen Lichtblick. Es sieht gut aus mit der von ihnen angestrebten Verlängerung des Pachtvertrages für das Grundstück, auf dem ihre Festhalle steht. Damit könnten auch fällige teure Sanierungen endlich in Angriff genommen werden.

Neue Heizung muss her

Eigentlich läuft der Pachtvertrag für das Grundstück, auf dem die Festhalle der Wikinger steht, ja noch bis zum Jahr 2030. Dennoch wollte die Faschingsgesellschaft frühzeitig Nägel mit Köpfen machen und strebte schon jetzt eine Verlängerung an, sagt Vorsitzender Michael Greiner. Denn die Heizung in der Halle müsste erneuert werden, auch die Glasbausteine müssten wegen der ungenügenden Wärmedämmung raus. Greiner rechnet mit Kosten um die 30.000 Euro. Wenn der Pachtvertrag mit der Stadt für das Grundstück schon nach neun Jahren enden würde, würde sich diese Investition nicht lohnen, war die Überlegung.

Grundsatzvotum im Stadtrat

Der Stadtrat hat sich jetzt über alle Fraktionen hinweg in nicht-öffentlicher Sitzung hinweg grundsätzlich bereit erklärt, den Pachtvertrag bis 2040 zu verlängern, berichtet Bürgermeister Jürgen Zinnert auf Kurier-Nachfrage. Selbstverständlich war das nicht: Neben der Halle befindet sich die Sebastian-Kneipp-Grund- und Mittelschule, über deren mögliche Erweiterung seit langem diskutiert wird. Mittlerweile steht für mögliche Zusatzbauten aber das Areal des abgerissenen früheren Hallenbads zur Verfügung. Und in neun Jahren – so lange läuft der alte Pachtvertrag mit den Wikingern über das Hallengrundstück ohnehin noch – müsse die Erweiterung der Schule auf jeden Fall abgeschlossen sein, sagt Zinnert. So seien Erweiterungspläne für die Schule kein Argument mehr gegen einen ab 2030 verlängerten Pachtvertrag.

Nachbesserungen verlangt

Allerdings möchte der Stadtrat Veränderungen am Pachtvertrag erreichen. Zinnert nannte als Beispiel den Passus, wonach die Stadt bei Auslaufen des Pachtvertrages den Wikingern zwei Drittel des Hallenwertes ersetzen müsste. Das hieße, die Stadt müsste auch die jetzigen Sanierungskosten später zu zwei Dritteln bezahlen. Hier müsse nachgebessert werden, sagte der Bürgermeister.

Zu dieser Forderung der Stadt wollte sich Greiner zunächst nicht äußern. Der Pachtvertrag werde gerade vom Rechtsanwalt geprüft, zudem stünden noch Gespräche mit der Stadt an. Der oberste Wikinger zeigte sich aber zuversichtlich, dass eine Einigung möglich sein wird: „Die Stadt hat sich bisher immer fair gegenüber uns verhalten.“

Corona kriegt die Wikinger nicht klein

Mit 220 Mitgliedern, davon 94 aktiven, sind die Wikinger nach Angaben ihres Vorsitzenden einer der größten Vereine der Stadt – und zudem mit ihren Auftritten ein Aushängeschild für Bad Berneck. Auch Corona habe nicht zu einer Austrittswelle geführt, im Gegenteil sei sogar eine neue Kindergruppe entstanden. Die eigene Halle ist das Pfund, mit dem die Wikinger wuchern können. Wenngleich die kommenden Faschingsveranstaltungen wegen der Pandemie schon wieder auf der Kippe stehen. Am 17. Dezember werde entschieden, ob die für Januar angesetzten Prunksitzungen in der Wikingerhalle stattfinden können. Wenn nur ein Viertel der Halle mit ihren eigentlich rund 150 Plätzen besetzt werden könne, mache das keinen Sinn, meint Greiner. Bei den Wikingern denkt man inzwischen schon daran, als Ausgleich eine Tanzveranstaltung im Sommer im Freien durchzuführen - damit die Familienangehörigen auch ohne Fasching sehen können, was der Tanznachwuchs inzwischen alles drauf hat.

Autor

 

Bilder