Bayreuther Osterfestival „Wir mussten viel improvisieren“

Nicole Wrodarczyk

Um die Jugend soll es gehen. Beim 28. Bayreuther Osterfestival, das vom 15. April bis 1. Mai 2022 stattfindet, wurde dafür eine Zusatzveranstaltung geplant: das junge Osterfestival.

Die Plakate sind gedruckt, das Programm steht – vom 15. April bis 1. Mai findet das Osterfestival statt. Foto: /Nicole Wrodarczyk

Am 1. Mai möchte die Kultur- und Sozialstiftung der internationalen jungen Orchesterakademie Kindern und Jugendlichen klassische Musik näherbringen. Erich Rinner ist Mitglied bei „Blechschaden“, einer Gruppe von Blechbläsern der Münchner Philharmoniker, und soll den jungen Menschen Musikstücke auf unterhaltsame Weise erklären. „Ihr werdet etwas hören, das klingt wie ein Löwe“, zitiert ihn Stiftungsvorstand Ulrich Schubert. „Und dann suchen die Kinder mit ihrem Gehör nach dem Löwengebrüll im Blechgebläse.“

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Um auch möglichst viele junge Menschen für das Osterfestival zu begeistern, haben die Organisatoren ihre Sponsoren angehalten, Plakate aufzuhängen und Postings auf Facebook und Instagram zu teilen. Die Hoffnung: „Azubis und Werkstudenten erzählen es weiter. Und kommen mit ihren Freunden!“

Spendenaktion

Das junge Osterfestival beginnt um 11 Uhr an der Kulturbühne im Reichshof in der Maxstraße. Der Eintritt kostet fünf Euro, für Kinder zwei Euro. Am Ende gibt es eine Spenden-Sammlung für geflüchtete Kinder aus der Ukraine.

Nach zwei Jahren Pandemie, so die Initiatoren, sollen Kultur und Musik wieder aufleben. Ulrich Schubert ist sicher: „Wenn Biergärten aufmachen dürfen, dann sollten junge Menschen auch wieder Musik machen.“ Diese Musiker wolle er wieder zusammenführen, so wie vor der Pandemie.

Sicherheitsvorkehrungen

In diesem Jahr mussten einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Lange war nicht klar, ob das Festival überhaupt stattfinden kann. „Normalerweise haben wir lange vorher schon große Logistikpläne“, erzählt Schubert, „dieses Jahr mussten wir improvisieren.“ Um Menschenmassen zu verhindern, gebe es auch kein Catering. Außerdem sei dieses Festival eine „europäische Variante“, da keine Musiker außerhalb Europas anreisen. Zu groß sei das Risiko und der Aufwand, sollte die Hotspot-Regel in Bayreuth in Kraft treten und erneut Abstandsregel mit sich bringen. Dann gilt wieder 75 Prozent Auslastung bei Kulturveranstaltungen. Schubert sagt: „Die Quarantäneregeln in anderen Ländern können sich auch jederzeit ändern. Das kann man unmöglich alles einberechnen.“

Musikalisches Drama

Ein improvisiertes Osterfestival habe dennoch viel zu bieten: Michael Dorn, Stadt- und Dekanatskantor an der Stadtkirche Bayreuth, setzt in diesem Jahr auf Johann Balthasar Kehl: Das musikalische Drama „Die Pillgrimme auf Golgatha“ soll beim Eröffnungskonzert am 15. April 2022 um 17 Uhr in der Stadtkirche erklingen. Im Stück geht es um zwei Pilger, die sich auf den Weg zur Kreuzigung von Jesus Christus machen. 2016 habe er das Stück schon einmal aufgeführt: „Die Musik ist hier sehr bildhaft. Sehr lebendig.“ Vergangenes Jahr habe Dorn Johann Sebastian Bach aufführen wollen, doch im Januar sei es noch nicht sicher gewesen, ob überhaupt Chorproben stattfinden können: „Wenn schon keine Johannespassion von Bach, dann zumindest die Choräle von Bach.“ Die Leipziger Choräle stellte Johann Sebastian Bach in seinen letzten Lebensjahren zusammen. Darin überarbeitete er Kirchenlieder, damit die Gemeinde mitsingen kann.

Als Highlight nennt Ulrich Schubert das „Festival Brass“ des Austrian Brass Consorts am 1. Mai um 19.30 Uhr im Markgräflichen Opernhaus. Das Stück „Der Tag des Königs“ halte, was es verspreche: Ein Monarch wird einen Tag lang begleitet. Der Eintritt kostet 22 bis 72 Euro. 400 Plätze kann Schubert vergeben.

„Wir hoffen, dass die Besucher auch in diesem Jahr unsere Spendenaktionen unterstützen.“ Neben ukrainischen Kindern soll wieder krebskranken Jugendlichen und Kindern geholfen werden.

INFO: Das komplette Programm gibt’s unter www.osterfestival.de