Umgehung Mistelbach Gemeinderat zieht einen Schlussstrich

Der Plan ist Geschichte: Ein möglicher Hangrutsch, der nur mit hohem finanziellen Aufwand verhindert werden könnte, und eine potenzielle Gefährdung des Ecker Foto: Staatliches Bauamt Bayreuth

Mehr als zehn Jahre lang war es das beherrschende Thema: eine Ortsumgehung für die Gemeinde Mistelbach. Aber neuere Untersuchungen brachten zwei Hindernisse zu Tage: ein möglicher Hangrutsch und eine Gefahr für die Eckersdorfer Trinkwasserversorgung. Nun beendete der Gemeinderat die Planungen endgültig.

Die geplante Ortsumgehung der Gemeinde Mistelbach ist Geschichte. In seiner Sitzung am Montag hat der Gemeinderat per Beschluss die Planungen endgültig beendet sowie die entsprechende Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt aufgehoben. Der Schwerpunkt soll in Zukunft auf einem Ausbau von verkehrsberuhigenden und sicherheitsrelevanten Maßnahmen in der Ortsdurchfahrt liegen.

Alternativen geprüft?

Das Thema Ortsumgehung erneut auf die Tagesordnung gebracht hat die CSU-Fraktion in Form eines Fragenkataloges. Ob alle Planungsalternativen berücksichtigt und geprüft worden seien, ob alternative Trassenverläufe, die außerhalb des Wasserschutzbereiches der Gemeinde Eckersdorf liegen, in Betracht gezogen worden seien und ob auch technische Alternativen wie zum Beispiel Brückenbauwerke in die Überlegungen einflossen wollte die CSU-Fraktion wissen.

Die Antworten von Bürgermeister Matthis Mann fielen kurz aus. Nach Rücksprache mit dem Staatlichen Bauamt konnte er verkünden: Ja, es seien alle alternativen Trassen geprüft worden, aber alle hätten das Wasserschutzgebiet der Nachbargemeinde tangiert und seien damit nicht realisierbar gewesen. Auch sei bei allen Alternativen die Gefahr des Hangrutsches nicht auszuschließen.

Auf die weitere Frage, wie es mit dem Ausbau der Staatsstraße im Ortsbereich Mistelbach nun weitergehe, welche Maßnahmen geplant seien, antwortete Mann, dass das Staatliche Bauamt weitere Schritte unternehme. Dazu gehöre die Einbindung eines Ingenieurbüros, das eruieren soll, wie die Ortsdurchfahrt weiter verkehrsberuhigt werden könne.

Verkehr nimmt zu

Die Zahl der der durch Mistelbach fahrenden Verkehrsteilnehmer ist in den vergangenen Jahren noch gestiegen. Auf die Frage der CSU-Fraktion nach den Ergebnissen der jüngsten Verkehrszählung gab Mann bekannt, dass der Verkehr im Jahre 2019 gegenüber 2010 um rund acht Prozent zugenommen habe. Angesichts neuer Baugebiete in Nachbargemeinden sei auch nicht mit einer Verkehrsverringerung zu rechnen.

Die Auskünfte des Staatlichen Bauamtes überzeugten auch CSU-Sprecher Alexander Bär: Die Erkenntnis daraus sei, so Bär, dass die Planungen für die Ortsumgehung beendet werden können. Stattdessen müsse man sich nun auf die Ortsdurchfahrt konzentrieren und Möglichkeiten diskutieren, wie diese verkehrsberuhigt werden könne.

Dicker Strich

Mit dem einstimmig gefällten Beschluss des Gemeinderates , die Planungen endgültig zu beenden und die entsprechende Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt zu stoppen, zogen die Gemeinderäte einen dicken Strich unter das viele Jahre kontrovers diskutierte Thema Ortsumgehung.

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