München - Händler, die Waren über Amazon verkaufen, haben in der Corona-Krise ihren Anteil am Umsatz der Online-Plattform in Deutschland gesteigert.

Auf dem bisherigen Höhepunkt der Erkrankungen in den Monaten März bis Mai entfielen auf sie nach Angaben des Konzerns 65,1 Prozent der Erlöse bei Amazon.de - im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 61,2 Prozent gewesen.

In der Krise wurden bei Amazon selbst und bei Händlern, die auf die Logistik des Konzerns zugreifen, zeitweise Haushaltswaren, medizinische Artikel sowie Produkte mit hoher Nachfrage priorisiert. Für Einzelhändler, die ihre stationären Läden schließen mussten, wurden in dieser Zeit Online-Kanäle insgesamt wichtiger.

Das Verhältnis zwischen Amazon und den auf der Plattform des Konzerns aktiven Händlern geriet immer wieder ins Visier von Wettbewerbshütern. Seit Juli vergangenen Jahres ermittelt die EU-Kommission offiziell zu Vorwürfen, Amazon habe seinen Zugang zu Daten der Händler missbraucht, um Händler in lukrativen Geschäftsbereichen zu verdrängen.

Der Konzern verweist darauf, dass im vergangenen Jahr 15 Millionen Dollar in Infrastruktur, Personal und Dienste zur Unterstützung der Verkaufspartner investiert worden seien. In der Corona-Krise habe es für sie zusätzliche Beratung gegeben - und Kunden seien aufgerufen worden, bei kleinen und mittleren Unternehmen online einzukaufen.

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