Bayreuth - Seit Montagmorgen ist es möglich, sich zusätzlich zur telefonischen Anmeldung auch online für einen Impftermin einzutragen. 7400 Menschen haben sich seither angemeldet – weiterhin sind aber nur Bürger, die über 80 Jahre alt sind, angehalten sich anzumelden. Die Jüngeren sollen abwarten – sonst sind am Ende die Server in München überlastet. Darauf weist Wiedemann hin.

Der Ablauf der online-Anmeldung ist relativ selbsterklärend: Erst werden Daten wie Name, Geburtsdatum, Geschlecht und Adresse eingetragen, dann wird in der sogenannten Impflings-Suche ermittelt, ob derjenige sich bereits angemeldet hat.

Ist dies nicht der Fall, wird zum nächsten Menüpunkt „Impfling Anlegen“ weitergeleitet, wo es dann anzugeben gilt, ob der Bürger in einer Pflegeeinrichtung oder ähnlichem untergebracht ist, ob er beruflich zum Beispiel in der Telekommunikation oder der Bundeswehr tätig ist oder ob ein hoher Personenkontakt, wie zum Beispiel in der Gastronomie oder im Einzelhandel, vorliegt.

Die Priorisierung erfolgt außerdem über die Abfrage möglicher Risikofaktoren, wie Auto-Immunerkrankungen, Krebserkrankungen oder Schwangerschaften. Aber Achtung: Wer mit Covid-19 infiziert ist, kann sich nicht impfen lassen.

Computer vergibt bald Impf-Termine

E-Mail-Adresse und Telefonnummer werden ebenfalls angefordert. Zum Ausfüllen gibt es ein Erklärungsvideo. Bisher läuft die Terminvergabe trotz online-Portal aber noch händisch, ab Ende nächster Woche wird der Computer auch diese dann zentral vergeben.

Trotzdem: Die Wartezeiten werden bleiben, noch immer mangelt es an Impfstoff. Nach wie vor sei es nicht möglich, Bestellungen abzugeben, sagt Wiedemann, die Dosen würden von der Regierung zugeteilt. Sollten andere Kreise einen Überschuss haben, könnten diese theoretisch an andere weitergegeben werden – aber es fehle überall an Kapazität. Für Freitag sei eine Lieferung von 320 Dosen zugesagt, sobald der Impfstoff von Moderna hinzukommt soll dieser jeden Dienstag und Freitag geliefert werden. Das gebe etwas Sicherheit.

Keine Wahl des Impfstoffes möglich

Allerdings wird es keine Wahlmöglichkeit bezüglich des Herstellers für die Patienten geben – das betont Wiedemann. Erfreuliche Nachrichten gibt es aber: Bis jetzt sind schon 1400 über den mobilen Dienst und 1200 über die Impfzentren geimpft worden.

Unter Berücksichtigung, dass bisher nur über 80-Jährige angenommen werden, ist das eine ordentliche Zahl, sagt Ute Wagner vom Landratsamt, die auch für die Anmeldungen zuständig ist. Sie appelliert an die Menschen, Ruhe zu bewahren und abzuwarten.

Wer einmal eingetragen sei, werde sicher einen Termin mitgeteilt bekommen, aktuell betragen die Wartezeiten aber acht bis zwölf Wochen. Vor allem vormittags zwischen 8 und 10 Uhr seien die Leitungen heiß, sagt Roland Thiem, zuständig für die IT am Landratsamt. Gegen Nachmittag flache die Zahl der Anrufe ab. Deshalb sein Hinweis: Lieber nachmittags anrufen.

Aktuell sind noch 14 Mitarbeiter, darunter auch Auszubildende, bei der Hotline tätig, diese werde auch weiterhin bestehen bleiben. Wieso lagerte man das Call-Center aufgrund der Überlastung nicht von vornerein an eine externe Firma aus? Das hätte doppelt so viel gekostet, sagt Wiedemann, auf lange Sicht bis Sommer 2021 hätte das Landratsamt „einen sechsstelligen Betrag“ mehr ausgeben müssen. Zudem sei die Schnittstelle zwischen Anmeldung und Terminvereinbarung zu groß, alles unter einem Dach zu haben mache es den Mitarbeitern deutlich einfacher, flexibel zu agieren, sagt Ulrich Scheffer, Geschäftsbereichsleitung im Landratsamt für Kommunales.

Auch wenn Anmeldung und Hotline klappen, für den Rest kann die Behörde nichts: „Ich würde sehr gerne mehr Termine vergeben“, sagt Wiedemann, aber weil es keinen Impfstoff gibt, werden die Impfzentren sogar tageweise geschlossen. Denn weiterhin gilt: Klinikum und mobiler Dienst haben Priorität. Insgesamt sind Wiedemann und sein Team aber sehr zuversichtlich: „Seit Freitag haben wir die Lage im Griff“. Und sie werden immer besser.

Spritzen für mehr Impf-Einheiten bestellt

„Insgesamt macht das richtig Freude“, sagt der Landrat, die Impfzentren in Pegnitz, die alte Turnhalle am Stadtbad und die Johannes-Kepler-Realschule, zu besuchen und zu sehen, wie reibungslos das Impfen vor sich geht. „Da schöpft man Kraft und freut sich richtig“.

Demnächst werden auch die versprochenen Briefe an die über 80-jährigen Bürger rausgeschickt. Margita Rauh, die dafür zuständig ist, weist darauf hin, dass die Briefe ohne Berücksichtigung einer bereits erfolgten Anmeldung verschickt würden. Das heißt: Wer schon angemeldet ist und trotzdem einen Brief erhält, muss sich nicht erneut anmelden. Der Grund hierfür ist, dass die Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) keinen Einblick in die Anmelde-Register hat.

Auch die Frage nach der Anzahl an Dosen, die aus einem Fläschchen gezogen werden können, scheint geklärt. Mit den Spritzen des Freistaates können nur fünf Dosen pro Ampulle gezogen werden, mit Spritzen der Malteser sollen es sechs sein. Letztere seien schon bestellt, sagt Wiedemann.