Der Gastgeber habe die Winterspiele „als Plattform für seine Propagandazwecke nutzen“ können, urteilte der Verein Athleten Deutschland und prangerte das Schweigen des IOC zu den Verletzungen von Menschenrechten in China an. Während der Ringe-Zirkel um Bach stets die Trennung von Sport und Politik betonte, ließ China zur Eröffnung eine uigurische Ski-Langläuferin die Flamme entzünden. Die Sprecherin der Organisatoren bezeichnete Berichte über Umerziehungslager für die muslimische Minderheit als „Lüge“ und bestritt die Unabhängigkeit Taiwans, mit dessen Eroberung die kommunistische Führung schon länger droht.
Russische Hymne erklingt nicht
Einen dunklen Schatten auf die Peking-Spiele wirft auch der Fall Kamila Walijewa. Das Dopingvergehen der russischen Eiskunstläuferin wird kurz nach dem Gewinn des Team-Golds bekannt. Danach steht die 15-Jährige über Tage im unbarmherzigen Scheinwerferlicht. Zwar darf sie im Damen-Wettbewerb starten, zerbricht dort aber vor den Augen der Welt auf traurige Weise unter dem Druck. Die Debatten um Russlands Doping-Kultur und ein Mindestalter für Olympia-Teilnehmer werden die Sportwelt noch lange beschäftigen. Bei der letzten Siegerehrung dieser Spiele stand der Russe Alexander Bolschunow am Sonntagabend auf dem Podium im Stadion. Die russische Hymne erklang nicht, die russische Fahne durfte nicht gehisst werden.