Oktoberfest Gewalt: Mehr Frauen wenden sich an Aktion Sichere Wiesn

Oktoberfestbesucher in einem Festzelt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Mindestens 21 Besucherinnen des Oktoberfestes haben in der ersten Wiesn-Woche sexuelle oder körperliche Gewalt auf dem Festgelände erlebt. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Zwischenbilanz der Aktion "Sichere Wiesn für Mädchen* und Frauen*" hervor, die das Hilfsangebot Safe Space betreibt.

München - Mindestens 21 Besucherinnen des Oktoberfestes haben in der ersten Wiesn-Woche sexuelle oder körperliche Gewalt auf dem Festgelände erlebt. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Zwischenbilanz der Aktion "Sichere Wiesn für Mädchen* und Frauen*" hervor, die das Hilfsangebot Safe Space betreibt. In der ersten Festwoche 2019 hatten hier nur 14 Frauen und Mädchen Unterstützung wegen Gewalterfahrungen gesucht.

Einen generellen Anstieg der Gewalt auf dem Münchner Volksfest sehen die Verantwortlichen aber nicht. Die vermehrte Nachfrage sei auf den wachsenden Bekanntheitsgrad der Aktion zurückzuführen und auf gesellschaftliche und politische Debatten rund um das Thema.

Der Safe Space ist eine Anlaufstelle für Frauen und Mädchen in Not. Dieses Jahr kamen in der ersten Festwoche 228 Besucherinnen, 50 Prozent mehr als 2019. Die jüngste Klientin sei 14 gewesen, die älteste 62. Die meisten seien unter 30 Jahren. 69 von ihnen konnten den Angaben zufolge ihre Begleitung nicht mehr finden oder hatten Wertgegenstände wie Handy, Schlüssel oder Geldbeutel verloren. 21 Besucherinnen hätten wegen psychischer Krisen um Rat gebeten, 15 wegen Alkohol- oder Drogenmissbrauchs.

43 Prozent der Ratsuchenden kamen aus sonstigen Gründen, etwa um das Handy aufzuladen oder Freundinnen in Not zu begleiten. Andere hätten Gewaltvorfälle direkt miterlebt. Im Zweifel bekommen die Klientinnen auch Hilfe bei der Heimfahrt, etwa wenn sie ihr Geld verloren haben.

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