EU-Ausschreibung für die Wiesn-Zelte?
Ärger gibt es einmal mehr um die Vergabe der Festzelte - doch die Dimension ist neu. Der Wirt Alexander Egger, der bisher ein kleines Wiesn-Zelt betrieb, geht Medien zufolge bei der Bewerbung um ein großes Zelt leer aus. Nun will er das gesamte Vergabesystem auf den Prüfstand bringen. Er will erreichen, dass sich die Stadt bei der Zuteilung von vorerst zwei von ihm benannten Festzelten - das Anzapfzelt Schottenhamel und das Paulaner-Festzelt - nach europäischem Vergaberecht richten muss. Das würde eine EU-weite Ausschreibung der Plätze bedeuten. Die Vergabekammer Südbayern der Regierung von Oberbayern prüft den Antrag.
Bei den Wirte-Kollegen kommt das nicht gut an. "Die Vergabepraxis hat sich seit Jahrzehnten bewährt und ist ein Garant dafür, dass die Wiesn nach wie vor ein Ort ist, an dem unser bayerisches Brauchtum gepflegt und unsere Traditionen hochgehalten werden", sagte der zweite Wirtesprecher und direkt betroffene Wirt Christian Schottenhamel. In dessen Zelt, seit 1867 in Familienhand, wird das Volksfest traditionell vom Oberbürgermeister eröffnet.
Egger hatte sich für die ebenfalls traditionsreiche Bräurosl und das Paulaner-Zelt beworben, bekommt aber den Medien zufolge nur wieder seine angestammte Münchner Stubn. Beide Zelte sind Brauerei-Zelte, hier haben die Brauereien das Vorschlagsrecht für den Wirt.
Wunderkerzen zum Kehraus
Erlaubt bleiben soll trotz Sorgen nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana das Abbrennen von Wunderkerzen am letzten Wiesnabend. Vor dem Hintergrund von Crans-Montana habe sich der Interfraktionelle Arbeitskreis mit dem Thema befasst und auf die zusätzlichen Gefahren auch beim Oktoberfest hingewiesen – sei dann aber zu dem Ergebnis gekommen, dass eine entsprechende Ausnahmegenehmigung für den letzten Abend auch dieses Jahr beim Kreisverwaltungsreferat beantragt werden soll.
Heizstrahler im Biergarten
Das Verbot von Heizstrahlern, das die München-Liste mit Blick auf den Klimawandel, aber auch angesichts der Energiekrise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg beantragt hatte, fiel im Stadtrat durch. Sie bleiben nach Angaben des Wirtschaftsreferates erlaubt.