Ohne Kredit Wirsberg baut weiter Schulden ab

Werner Reißaus
Der Schuldenstand soll bis zum Jahresende weit unter einer Million Euro sinken. Foto: Oliver Berg/dpa

Der Gemeinderat beschließt den Haushalt für 2023. Er sieht 1,8 Millionen Euro für Investitionen vor.

 
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Es war der letzte Haushaltsplan, den die Geschäftsleiterin und Kämmerin Andrea Müller dem Marktgemeinderat zum Beschluss vorlegte. Nach 40 Dienstjahren in der Verwaltung des Marktes Wirsberg wird die Verwaltungsleiterin in diesem Jahr in den Ruhestand gehen. Für Andrea Müller war die Verabschiedung des Haushalts – die im Übrigen einstimmig erfolgte – zudem ein Novum, denn nicht der amtierende Bürgermeister leitete die Sitzung – Jochen Trier (FW) war kurzfristig erkrankt – sondern sein Stellvertreter Karl Heinz Opel (FW), der Andrea Müller nach der Verabschiedung des Zahlenwerks mit einem Blumenstrauß überraschte.

Der Gesamthaushalt 2023 hat ein Volumen von knapp sechs Millionen Euro und er schließt im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 4,1 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 1,8 Millionen Euro ab. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen: „Der Schuldenstand wird daher zum Jahresende mit 608 055 Euro weit unter einer Million Euro sinken und rund 330 Euro pro Kopf und somit unter der Hälfte des Landesdurchschnitts von 678 Euro liegen.“

Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Verwaltungshaushalt um rund 350 000 Euro erhöht. Andrea Müller begründete dies mit den hohen Energiekosten bei den Liegenschaften des Marktes mit der Wasserversorgung und dem Schwimmbad sowie der Straßenbeleuchtung und auch den steigenden Personalkosten, die aufgrund der Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst anfallen werden. Diese Einnahmen haben sich über die Jahre stetig erhöht und die Schlüsselzuweisung ist im Rahmen des Finanzausgleichs auf 705 550 Euro gestiegen. Und erfreulich sind für die Marktgemeinde Wirsberg auch die Gewerbesteuereinnahmen, die nach den aktuellen Werten wieder mit 500 000 Euro in Ansatz gebracht werden konnten.

Wie Kämmerin Müller weiter berichtete, stehen zur Finanzierung der Tilgungen und der anstehenden Projekte im Vermögenshaushalt folgende Einnahmen zur Verfügung: Zuführung vom Verwaltungshaushalt: 131 360 Euro, die Rücklagenentnahme von 231 700 Euro, 126 500 Euro aus der allgemeinen staatlichen Investitionspauschale und 124 000 Euro aus Baugrundverkäufen. dazu kommen vor allem noch ausstehende Zuschüsse für die bereits durchgeführten Großbauprojekte wie Kita und Bürgerzentrum mit rund 900 000 Euro und für laufende Maßnahmen: Löschfahrzeug: 159 040 Euro, Kurweg: 30 000 Euro und Glasfaseranschluss: 40 000 Euro.

Die geplante Investitionssumme liegt in diesem Jahr bei knapp 1,8 Millionen Euro. Die Hauptprojekte sind: Hilfelöschfahrzeug: 467 800 Euro, Dorferneuerung Osserich: 352 000 Euro und der Neubau Wasserhochbehälter Neufang: 173 000 Euro. Die Tilgungen liegen bei 200 110 Euro. Für die Fraktionen im Gemeinderat nahmen Jörg Treutler für die SPD, Ottmar Opel für die CSU und Sabine Leuschner für die Freien Wähler zum Haushalt Stellung. Sie sprachen von einem vernünftigen Haushalt und würdigten den konsequenten Schuldenabbau. Jörg Treutler hielt die Sanierung von Siedlungsstraßen für notwendig. Hier sollten im entsprechende Finanzmittel eingestellt werden.

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