Offline-Arbeit KSB-Server schon wieder lahmgelegt

Kerstin Goetzke
Wie im April 2022 hatte KSB auch am Mittwoch (7. September 2022) Probleme mit seinen Servern. Foto:  

Wieder ging beim KSB-Konzern weltweit nichts. Diesmal lag es nicht – wie im April – an Hackern. Grund war ein externes Netzwerk-Problem.

Am frühen Mittwochmorgen führten massive Netzwerkprobleme bei einem externen Partner für Rechenzentrumsdienste zu einem Ausfall bei KSB in allen Ländern, die zentrale IT-Systeme nutzen. Auch zahlreiche andere Kunden des Dienstleisters seien vorübergehend arbeitsunfähig gewesen, erklärt KSB-Sprecherin Alexandra Leiner auf Anfrage unserer Redaktion. Sie betont aber: „Es handelt sich bei der Störung nicht um eine Cyberattacke.“

Alle wesentlichen Systeme wie SAP, Outlook und Skype seien betroffen gewesen, die Produktion in den betroffenen Ländern war über mehrere Stunden beeinträchtigt. Die Netzwerkprobleme konnten nach etwa sieben Stunden, gegen 12.30 Uhr, behoben werden. Die Systeme seien wieder verfügbar. Betroffen war davon in Teilen auch die Produktion. In der Fertigung gibt es Maschinen, die Pufferspeicher haben, an diesen konnte weiter gearbeitet werden. Auch Tätigkeiten, die nicht am Netz erledigt werden müssen, wurden durchgeführt.

In Büros wurde offline gearbeitet

Ähnlich war es in den Büros: In der Verwaltung sei es möglich gewesen, einige Arbeiten offline zu erledigen. Mitarbeiter konnten offline den Schriftverkehr vorbereiten sowie andere Programme wie Tabellenkalkulationen und Präsentationen nutzen. Mitarbeiter mit einem Diensthandy konnten auch Telefonate führen. Ein Großteil der Belegschaft am Standort Pegnitz konnte durchgängig arbeiten.

„Im Rahmen der flexiblen Arbeitszeitregelung am Standort sind einige Mitarbeiter in Rücksprache mit ihren Führungskräften früher nach Hause gegangen. Die angefallenen Arbeiten werden dann zu einem späteren Zeitpunkt erledigt“, heißt es weiter seitens des Konzerns. Nachdem die meisten Programme wieder zur Verfügung standen, seien die zuvor offline getätigten Arbeiten automatisch ins Netz gegangen und wurden entsprechend erledigt. Auch in der Produktion standen vor dem Schichtwechsel die Programme für die Spätschicht wieder zur Verfügung.

Mitarbeiter informierten sich gegenseitig

„In den Abteilungen wurden persönliche Informationsketten und -kanäle genutzt, um Kollegen zu informieren. Je nach Verfügbarkeit der Programme und der Situation am einzelnen Arbeitsplatz haben Führungskräfte und Mitarbeiter das konkrete Vorgehen individuell vereinbart“, sagt Leiner. Sie vermutet, dass dem Konzern durch den Netzwerk-Ausfall kein finanzieller Schaden entstanden ist.

Aufgrund der Cyberattacke auf KSB im Frühjahr dieses Jahres wurden unter anderem die Mitarbeiter seitens der IT mit Blick auf betrügerische E-Mails und der Nutzung des Internets noch stärker sensibilisiert, lokalisierte Sicherheitslücken an Schnittstellen wurden geschlossen und verstärkt gesichert sowie Clients und Endgeräte überprüft und neu gesichert.

 

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