17 Busfahrer der Stadtwerke-Tochter Hof-Bus sind am Mittwoch in Quarantäne gewesen, bis zum Donnerstagvormittag ist diese Zahl auf 24 angestiegen. Dazu kommen drei Werkstatt-Mitarbeiter. Immerhin: Die Zahl der positiv getesteten ist mit fünf Personen gleich geblieben. Das erklärt am Donnerstagvormittag auf Nachfrage Stadtwerke-Sprecherin Stefanie Köppel. Nachdem am Freitag der erste Fahrer positiv getestet worden war, befinden sich die Stadtwerke im Krisenmodus: Sie versuchen, zumindest Teile des Betriebs weitestgehend aufrechtzuhalten. Eine Momentaufnahme vom Donnerstagvormittag:

Die Schulbusse am Morgen waren weitestgehend unterwegs. "Uns sind bislang keinerlei Busausfälle bekannt", erklärt auf Nachfrage Stefan Stadelmann, Leiter des Hofer Schulamts. "Da möchte ich ein großes Lob an die Stadtwerke aussprechen, dass das aufrecht erhalten werden konnte." Momentan nämlich herrsche zumindest für die Grund- und Mittelschulen in Stadt und Landkreis Präsenzunterricht. Falls doch einmal ein Bus nicht fahren sollte, gelte für die Schüler eine Entschuldigungs-Pflicht, betont Stadelmann: "Die Schule muss wissen, dass ein Schüler aufgrund eines ausgefallenen Busses nicht kommen konnte - andernfalls werden Schulamt und Polizei informiert, es könnte ja auch andere Gründe für das Fehlen geben."

Von den zwölf regulären Linien sind nur zwei unterwegs gewesen. "Zumindest wussten die meisten der Fahrgäste bescheid darüber, an den Haltestellen standen nur wenige Fahrgäste", sagt Stefanie Köppel. Schließlich habe man auf allen Kanälen versucht, die Menschen zu informieren. Sie bittet die Hofer dennoch darum, die Information über den momentanen Stand im privaten Kreis weiterzugeben. Denn leider habe es auch beim Fahrgast-Info-System an manchen Haltestellen technische Probleme gegeben, sodass die Ausfälle nicht überall auf den Anzeigetafeln erschienen sind.

Auswirkungen auf Monatskarte und Co.: "Wir werden die Beträge für Monatskarten anteilig zurückerstatten", betont Köppel. Sie bittet aber darum, momentan abzusehen von entsprechenden Forderungen. Schließlich könne man noch nicht absehen, wie lange es zu welchen Ausfällen kommt. Da gibt sich Köppel am Vormittag vorsichtig zuversichtlich: "Wir sind in ständigen Gesprächen, wann wir was wieder auf die Straße bringen können."

Könnte Hof-Bus Linien nicht auch fremdvergeben oder Fahrer anderer Unternehmen einspringen lassen? "Wir haben das alles durchgespielt und sind wieder davon abgekommen", erklärt Köppel. Um eine der regulären Linien fahren zu können, unterziehen sich die Fahrer normalerweise einer ganzen Woche Einweisung und Einarbeitung. Ein Außenstehender würde das auf die Schnelle kaum hinbekommen. Auch habe es Überlegungen gegeben, den Schulbusverkehr an andere Busunternehmen fremdzuvergeben, um die hauseigenen Fahrer für die Linien freizubekommen. "Aber die Fahrgastaufsicht hat uns davon abgeraten", erklärt Köppel. Die Schulbusfahrer seien speziell geschult und oft auch sehr erfahren, gerade was die Anfahrten an die Schulzentren und großen Haltestellen angehe. "Da wird oft gedrängelt oder die Eltern sind mit dem Auto schnell unterwegs." Hier habe man als Busfahrer eine ganz besondere Verantwortung. "Und das letzte, was wir alle wollen, ist, dass es in einer solchen Situation zu einem Unfall kommt", sagt Köppel.

Haben sich die Busfahrer untereinander angesteckt, beispielsweise beim gemeinsamen Kaffeetrinken in der Pause? "Am Freitag hatten wir den ersten Fall, Anfang der Woche drei neue - und die hatten jeweils keine derartigen Berührungspunkte", betont Köppel. Ob sich Fahrer möglicherweise außerhalb ihres Dienstes oder der Diensträume getroffen haben, könne nicht ausgeschlossen werden, im Dienst aber hätten die Betroffenen gar keinen Kontakt gehabt. Auch hielten die Stadtwerke diesbezüglich sämtliche Vorschriften ein: "Wir haben zwei Aufenthaltsräume für die Fahrer, einen am Sonnenplatz und einen in der Zentrale. Sie dürfen nur von vier beziehungsweise fünf Personen gleichzeitig betreten werden, es stehen auf Abstand auch nur entsprechend viele Stühle", erklärt Köppel.