Öko-Modellregion Ob Bio oder nicht, darf keine Rolle spielen

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BAYREUTH. Oberfranken ist noch ein weißer Fleck. Das soll sich ändern. Zwölf Öko-Modellregionen gibt es im Freistaat, weitere sechs sollen dazukommen. Dazu hat das Landwirtschaftsministerium einen zweiten Wettbewerb aufgerufen. Für den haben sich jetzt zahlreiche Städte und Gemeinden der Fränkischen Schweiz beworben, die auch sonst gemeinsame Sache machen. Den Antrag eingereicht hat das Wirtschaftsband A 9/Fränkische Schweiz.

Mit dem Anbau von Silphie auf 100 Hektar in der Region ist es nicht getan – weitere Pflanzen müssen dazu kommen, sagt nicht nur Dieter Hoch. Foto: Archiv/dpa/Jan-Philipp Strobel Foto: Verwendung weltweit

Federführend zuständig dafür war Michael Breitenfelder, Umsetzungsmanager dieses interkommunalen Zusammenschlusses von 18 Gemeinden. Er ist zuversichtlich. Nicht nur, weil der Bezirk nach der ersten Runde vor einigen Jahren noch ohne Modellregion dasteht. Sondern vor allem, „weil wir ja gleich zwei Landkreise abbilden“. Denn auf Anregung von Bürgermeister Hanngörg Zimmermann aus Gößweinstein sitzt eine zweite Kooperation mit im Boot – die Integrierte Ländliche Entwicklung (Ile) Fränkische Schweiz aktiv, der mit Ausnahme von Waischenfeld Kommunen aus dem Landkreis Forchheim angehören.

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"Unglaubliches Potenzial"

Das sei schon einmal ganz grundsätzliche ein Pfund, mit dem man wuchern könne. Wegen der Bandbreite an Projekten, die schon laufen oder geplant sind: „Wir bringen ein seit zwölf Jahren wachsendes Netzwerk mit.“ Und zwar nicht nur auf Verwaltungsebene, sondern auf freiwilliger Basis. Wobei die Bewerbung nicht auf das abziele, was bereits vorhanden ist, „genau das soll da eben nicht im Vordergrund stehen“. Sondern auf das, was da noch kommen kann und kommen soll. Da bringe die Fränkische Schweiz mit ihrem „unglaublichen Potenzial“ beste Voraussetzungen mit – weil hier nicht jeder für sich allein handle, weil es hier schon Partnerschaften zwischen den Initiativen gibt. Etwa bei den Erzeugern. „Die können zusammengeführt werden“, so Breitenfelder. Wobei auch der Schulterschluss mit den Landwirten gesucht werde.

Klimawandel geht alle an

Dieses Miteinander bekundeten dieser Tage auch Vertreter mehrerer Ämter und Institutionen bei einem Treffen auf Einladung der CSU-Landtagsabgeordneten Gudrun Brendel-Fischer. Mit dabei Dieter Hoch, er war 18 Jahre im Pottensteiner Stadtrat. Er hatte 2018 zusammen mit den Grünen den Stein ins Rollen gebracht, hatte bei vielen Kommunen vorgesprochen, ob sie sich das Ziel Öko-Modellregion auf die Fahnen schreiben wollen. Sie wollten. Nicht nur Hoch, auch Harald Köppel, Geschäftsführer des Bauernverbandes in Bayreuth, und alle anderen Brendel-Fischer-Gäste waren sich einig: Es darf kein Keil zwischen Bio-Bauern und konventionell arbeitende Landwirte getrieben werden. Stichwort Klimawandel. Der betreffe alle, so Hoch.

Silphie allein genügt nicht

Und da reichten die bereits existierenden Flächen für die Becherpflanze Silphie – ein Mittel zum Umbau Richtung Öko-Landbau – nicht aus. Da müsse mehr dazu kommen. Hirse etwa. Oder Luzerne. Nur so hätten manche Landwirte ihren Tieren im Dürresommer 2018 das Überleben gesichert. Klappt das mit dem Antrag, wird vom Freistaat für zwei Jahre ein Projektmanager gefördert, bis maximal 150 000 Euro. Auch danach seien Zuschüsse denkbar, so Breitenfelder. Doch unabhängig davon, ob die Fränkische Schweiz unter den mehr als 20 eingereichten Anträgen zum Zuge kommt: Weitermachen will man auf dem eingeschlagenen Weg auf jeden Fall. Ohne Wenn und Aber.