Öffnungszeiten im Kreuzer Mit Welle und einem Zeitfenster

Da ist sie wieder, die Welle. Mit einigen Attraktionen, die bei den Badegästen beliebt sind, kann das Kreuzsteinbad auch jetzt wieder aufwarten. Im vergangenen Jahr ging das noch nicht. Foto: Eric Waha/Eric Waha

Schwimmen unter freiem Himmel ist wieder möglich. Aber: Wie im vergangenen Jahr müssen strenge Auflagen beachtet werden im Kreuzsteinbad. Dazu gehört auch, dass die Zahl der Besucher reglementiert ist. Und dass es kein Feierabendschwimmen mehr gibt, weil die Becken Vereinen zur Verfügung gestellt werden. Das schmeckt nicht jedem Badegast – kann sich aber ändern.

Bayreuth - Schwimmen im Kreuzer ist wieder möglich. Aber: die Auflagen wegen Corona gibt es nach wie vor. Zu denen gehört neben einer Reglementierung der Besucherzahl auch, dass es ein Zeitfenster für das allgemeine Schwimmen gibt. Und ein Zeitfenster für die Vereine, denen die Stadtwerke aus gutem Grund Trainingszeiten zur Verfügung stellen. Das schmeckt nicht jedem Badegast. Kann sich aber ändern, wie Jan Koch, der Pressesprecher der Stadtwerke, auf Anfrage unserer Zeitung sagt.

Drehen an einigen Stellschrauben

Allerdings haben die Stadtwerke an vielen Stellschrauben gedreht, um das Baden – und den Zugang zum Kreuzsteinbad – einfacher und attraktiver zu machen. Koch sagt im Gespräch mit dem Kurier, dass auch er „den Überblick über die jeweils geltenden Corona-Regeln längst verloren“ habe. Deshalb hätten die Stadtwerke auf ihrer Internetseite www.stadtwerke-bayreuth.de und dem Reiter „Bäder“ die drängendsten Fragen zum Badebetrieb versucht zu beantworten.

Und auch die zwei Zeitfenster, die es im vergangenen Jahr zum Baden gab, wieder abgeschafft. „Das Kreuzsteinbad macht unter der Woche um 7 Uhr auf und schließt um 18 Uhr für den normalen Badebetrieb“, sagt Koch. Es gibt auch nur einen Tarif – allerdings keinen Feierabend-Tarif mehr, der ja erst ab 17 Uhr gelten würde. „Und es wäre schwer vermittelbar, wenn wir jemanden um 17.30 Uhr wieder aus dem Wasser bitten würden.“

Besucher-Zählsystem online abrufbar

Einschränkung: „Es dürfen nicht mehr als 1000 Badegäste gleichzeitig da sein.“ Auch das lässt sich in Echtzeit verfolgen: „Wir haben ein kamerabasiertes System angeschafft, über das man im Internet genau sehen, kann, wie viele der 1000 Plätze noch frei sind“, sagt Koch. Stichprobe am Donnerstag um 11.16 Uhr: „Wir haben noch 905 freie Plätze“, ist auf der Seite des Bades zu lesen. „So können auch Besucher von weiter her prüfen, ob der Weg sich lohnt“, sagt Koch.

Man sei „aktuell eigentlich auch ganz zufrieden mit dem Besuch“ des Bades, das in der Kältephase am 28. Mai geöffnet hat. Um die Wege der Gäste zu entzerren und die Vorgabe „Abstand, Abstand, Abstand“, wie Koch es formuliert, einzuhalten, ist der Eingang vorne und der Ausgang hinten neben der Aufsicht festgelegt worden.

Nachverfolgung weiter wichtig

Was die Gäste weiter ausfüllen müssen, das sei der Nachverfolgungs-Zettel, der – damit es beim Einlass schneller geht – auch daheim ausgedruckt und ausgefüllt werden könne. „Wir nutzen auch die Luca-App, die völlig problemlos funktioniert und auch mehr Sicherheit gibt, denn man kann ja nur schwer kontrollieren, was die Leute auf den Zettel schreiben.“ Auch die Maske ist weiter Thema: „In allen überdachten Bereichen und am Kiosk.“

Gäste halten sich an die Regeln

Allerdings habe die Erfahrung im vergangenen Jahr eines gezeigt: „Die Gäste haben so toll mitgemacht und die Regeln eingehalten, dass wir auch viele Attraktionen wieder anbieten können.“ Koch nennt neben der Welle im Wellenbecken den Strömungskanal, auch die bei den Kindern beliebte Rutsche, die Spiel- und Bolzplätze könnten wieder öffnen. So lange die Regeln und Abstände eingehalten werden, sonst müssten die Attraktionen wieder eingeschränkt werden. Das gilt ebenso für das wieder geöffnete Ein- und Drei-Meter-Brett am Springerbecken.

Mehr sei aus zwei Gründen nicht drin: „Wir wollen, weil wir Doppelbahnen mit Kreisverkehr im Schwimmerbecken weiter anbieten, was sich auch bewährt hat, auch eine Doppelbahn im Springerbecken zum Schwimmen vorhalten.“

Therme kann noch nicht öffnen wegen Personals

Grund zwei: das Personal. Hier stecken die Stadtwerke doppelt in der Klemme. Wegen der Kurzarbeit im Frühjahr konnte kein Personal fürs Kreuzer angeworben werden. „Deshalb haben wir die Mitarbeiter der Lohengrin-Therme im Kreuzsteinbad eingesetzt“, sagt Koch. Allerdings könnte die Therme seit Montag wieder öffnen, das geben die Inzidenzen ebenso her wie die Vorgaben. „Wann wir wieder aufmachen, ist noch nicht klar“, sagt Koch auf Nachfrage. „Denn wenn wir das Personal abziehen würden, müssten wir das Kreuzer zumachen.“ Aber: „Wir sind fleißig dabei, Studenten zu gewinnen, die im Freibad für die Aufsicht einspringen. Das sieht derzeit ganz gut aus.“

Vereine brauchen Platz zum Trainieren

Ein Kritikpunkt, der auch den Kurier erreichte, kam auch bei den Stadtwerken an: Die Tatsache, dass das Bad ab 18 Uhr unter der Woche Wassersport- und Wasserrettungs-Vereinen zum Training zur Verfügung gestellt wird – und damit Badezeit für Berufstätige wegfällt. „Es haben nach wie vor nicht alle Bäder offen, in denen die Vereine normalerweise trainieren“, sagt Koch. „Klar, das ist streitbar. Wir sehen uns aber eigentlich in der Pflicht, neben den Sportlern auch die ehrenamtlichen Wasserretter in ihrem wichtigen Training und ihrem Ehrenamt zu unterstützen, dass sie einsatzfähig bleiben“, sagt Koch.

Sollten die Vereine aber die Trainingszeiten nicht mehr brauchen, „dann ändern wir das auch wieder“. An den Wochenenden trainieren die Vereine auch nicht – da hat das Bad immer von 7 bis 20 Uhr offen.

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