Die Hunde waren dehydriert und apathisch: Bereits am Samstagnachmittag haben Beamte der Grenzpolizei auf einem Autobahnparkplatz bei Pleystein an der A6 einen Kleintransporter angehalten. Im Inneren des Fahrzeugs stießen sie auf 72 Hundewelpen, wie es im Polizeibericht von diesem Dienstag heißt.

Drei Männer wollten die Tiere von der Slowakei bis nach Spanien und Portugal transportieren. Die Hunde waren in Käfigen auf der Ladefläche untergebracht. Die Beamten brachten das Fahrzeug zur Dienststelle nach Waidhaus. Das Veterinäramt und der deutsche Tierschutzbund eilten herbei. Einige der Tiere befanden sich in einem desolaten Zustand. Sie wurden sofort mit Wasser und Infusionen versorgt.

Nach Einschätzung des Veterinäramts entsprach die Transportweise der Hunde in den kleinen Käfigen nicht der gesetzlichen Regelung. Zudem waren sie noch zu jung für einen Transport. Die Welpen waren teilweise sichtlich dehydriert und apathisch. Ob sie die weitere Fahrt bis zum Ziel überstanden hätten, sei mehr als fraglich.

Bei den Tieren handelte es sich um verschiedene Rassen, wie etwa Dackel, Möpse, Huskys und Golden Retriever. Zehn Fahrzeuge des Tierschutzbundes waren vor Ort. Sieben Tierheime in der Region nahmen die Hunde auf.

Die drei Männer hatten zwar Impfpässe und Heimtierausweise dabei, jedoch stießen die Beamten auf einige Ungereimtheiten. Es besteht der Verdacht, dass die Dokumente gefälscht sind.

Die Hundewelpen haben einen Wert von mehr als 100.000 Euro. Wie die Polizei berichtet, zeige sich, dass solche Transporte für die Tierhändler äußerst lukrativ sind. Der Tod einiger Hunde werde in Kauf genommen. Interessierte Hundekäufer sollten deshalb darauf achten, nur bei seriösen Anbietern Hundewelpen zu kaufen. Auf die Transporteure kommen nun Anzeigen nach der Abgabenordung und dem Tierschutzgesetz zu. Falls die weiteren Ermittlungen den Verdacht bestätigen folgen Anzeigen wegen Urkundenfälschung.