„Großes Vorbild“ Regionalbischöfin Greiner weiht neue Rupert-Statue

OBERNSEES. Die St. Rupert-Kapelle der evangelischen Kirchengemeinde Obernsees schmückt seit dem Wochenende wieder eine neue Statue des Heiligen Rupert, dem Namenspatron des Kirchleins. Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner weihte bei einem Abendgottesdienst die von Kunstmaler Fritz Föttinger aus Obernsees geschaffene Figur und stellte sie in den gottesdienstlichen Gebrauch.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst in der voll besetzten Kirche vom Posaunenchor der Erlöserkirchengemeinde Bayreuth-Altstadt. Die Regionalbischöfin dankte Föttinger für die bereits dritte von ihm geschaffene St.-Rupert-Figur, nachdem die beiden vorherigen Kunstwerke in der unbeheizten Kirche auf Grund der Feuchtigkeit keine lange Lebensdauer hatten.

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Freundlich, fast lächelnd

Bei ihrer Predigt betonte die Geistliche, dass ihr die neue Rupertfigur von Anfang an gefallen hätte, vor allem aus einem Grund: Sie schaue freundlich, fast als ob sie etwas lächelt. Im Gesicht dieses Rupert spiegele sich die Sanftmut, die Barmherzigkeit, die Friedfertigkeit, eben die Menschenfreundlichkeit, die Gott zu uns hat und zu der er uns einlädt. Die St. Rupertkapelle, die die Regionalbischöfin als ein „wirkliches Kleinod“ bezeichnete, erinnere an den missionarischen Heiligen, der sich als erster Bischof und eigentlicher Begründer in der Stadt Salzburg niederließ und wegen seiner Förderung des Salzabbaus, durch die den Menschen Arbeit gegeben wurde, stets mit einem Salzfass dargestellt wird.

Sie stellte aber auch klar, dass „bei uns evangelischen Christen es nicht ausgeprägt ist, von Heiligen als Schutzpatronen zu sprechen“, wenngleich sie nicht ausschloss, dass „die Christen, die bei Christus sind, an uns denken und für uns beten. Freilich beten wir nicht zu ihnen. Ich wüsste auch nicht, dass uns die Bibel an irgendeiner Stelle dazu anleitet. Vielmehr hat Jesus Christus uns gelehrt zum Vater im Himmel direkt zu sprechen. Und die neutestamentlichen Schriften leiten uns an, auch zu Jesus Christus als unserem Herrn zu beten.

„Salz der Erde, Licht der Welt“

Sie verwies darauf, dass Martin Luther Maria zutiefst verehrte und dabei ermutigte, von ihr und den anderen Heiligen zu lernen. Gebet – nein, Verehrung – ja, so die Regionalbischöfin bei ihrer Predigt zum Thema „Salz der Erde, Licht der Welt“. „Die Heiligen sind und bleiben für uns evangelische Christen ein großes Vorbild, dazu ist es gut, wenn wir ihre Geschichte erzählen.“

Sie stellte auch klar, dass die evangelische Kirche sehr wohl Gegenstände weihe, die dauerhaft in einer Kirche stünden und für die Kirche wesentliche Bedeutung hätten. Dies betreffe allerdings nicht Salz, das jedoch in Ruperts Salzfass nicht vom Segen ausgeschlossen werde. „Dabei meinen wir“, so Greiner, „jedoch nicht, dass dieses Salz nun besondere Kräfte hätte.“

Im Verlauf ihrer Predigt ging sie näher auf das Bibelwort „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt“ ein, wie es Jesus seinen Jüngern zurief.

dj