Den Veranstaltern ist offenbar eine Generalprobe gelungen. Wie Scholl auf Anfrage erklärte, war die Messe am Samstag die erste Präsenzmesse in Bayern seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Wie das möglich wurde, erklärt Scholl vereinfacht so: Als die organisatorischen Arbeiten begannen, habe sich herausgestellt, dass es gar kein Hygienekonzept für Messen in Bayern gab.

Erst die Initiative der CSU-Landtagsabgeordneten Gudrun Brendel-Fischer habe die Staatsregierung in München dazu veranlasst, ein allgemeines Vorgabenkonzept für Ausstellungen auszuarbeiten. Das sei dann die Grundlage für das eigens entwickelte Hygienekonzept für die Oberfrankenhalle gewesen. „Es war ein langer Weg“, so Scholl über die Vorbereitungen. Am Samstag konnten also Unternehmen und Jugendliche Kontakt aufnehmen. Mit Mund-Nase-Schutz und selbstverständlich auch mit dem gebotenen Abstand. Unterwegs waren motivierte junge Leute. Nur die Kugelschreiber-Sammler und Gummibärchen-Jäger fehlten, so Scholl.

Die Messe fand mittlerweile zum 19. Mal stand. Industrie und Handel, Handwerk und Dienstleister, Behörden und Institutionen sehen in ihr eine hervorragende Begegnungsstätte, um mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen. Die Unternehmen, die sich gegenwärtig durch die Corona-Pandemie in einer Ausnahmesituation befinden, denken weit in die Zukunft. „Es muss weiter gehen“, sagte der Ausbildungsleiter von ZF, Markus Dörig. Der Weltkonzern hat einen Standort in Bayreuth und einen in Auerbach. Dort finde die Grundausbildung statt. Wie Dörig sagt, komme es dabei aufs Teambuilding an. 25 bis 30 junge Leute würden bei ZF pro Jahr in allen Sparten ausgebildet. Ziel sei es, die jungen Leute weiter zu beschäftigen. Am ZF-Stand war ein Elektro-Roller zu sehen, den die Azubis gemeinsam entwickelt hatten.

Rege Gespräche gab es auch bei Vitrulan aus Marktschorgast. Das Unternehmen betreibt einen weiteren Standort in Haselbach, Sonneberg in Thüringen. Wie Melanie Müller sagte, bilde Vitrulan jährlich vier Jugendliche im technischen und kaufmännischen Bereich aus. Deren Übernahme werde angestrebt.

Auch wenn die Folgen der Pandemie längst nicht absehbar seien, sei es wichtig, dass sich junge Leute über die Möglichkeiten in der Region informieren können, so Messemacher Scholl.
Für die Aussteller bietet die Ausbildungs- und Studienmesse eine hervorragende Möglichkeit, sich einem interessierten Publikum vorzustellen und für sich zu werben. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels eine gute Gelegenheit, junge Nachwuchskräfte für das eigene Unternehmen zu begeistern. Dies wird auch angesichts des demografischen Wandels und des Wettbewerbs um die besten Nachwuchskräfte immer wichtiger.

Die Messe sei ein Beitrag, jungen Menschen den Einstieg in den Beruf zu erleichtern und mit einem auskömmlichen Verdienst in der Heimat zu halten, so Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, CSU, bei der Eröffnung. Manfred Neumeister, Grüne/Bündnis 90, sprach ein Grußwort anstelle von Landrat Florian Wiedemann. „Global denken, regional lenken“, laute die Devise, so Neumeister.

Von den erwarteten rund 150 Ausstellern kamen nur 107, wie Organisator Scholl sagte. Aus Bayreuth darunter Unternehmen wie Medi und Zapf, die Spedition Wedlich und das Autohaus MGS. Aus der Region waren unter anderen auch Raps Kulmbach und der Verpackungshersteller Seda Neuhaus aus dem Landkreis Nürnberger Land dabei. Bei Seda am Stand Michael Sporrer aus Kirchenthumbach. Wie er sagte, beschäftigt Seda auch Mitarbeiter aus dem Raum Bayreuth. Die Bahnverbindung mache das möglich. Wie das produzierende Gewerbe stellten sich auch die Sozialverbände Diakonie und Caritas als Arbeitgeber vor. Vertreten war auch das Klinikum Bayreuth und das Klinikum Kulmbach.

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