Oberfranken Handwerk drängt Politik zum Handeln

Die Vollversammlung der HWK tagte jüngst in Bayreuth. Die hohe Bürokratie belastet die Betriebe enorm, so der Tenor. Foto: /HWK

Der Unmut im Handwerk über die Politik in Berlin steigt und steigt. Statt Stillstand brauche es endlich Lösungen für die Krisen, fordert die Kammer.

 
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Das Handwerk hat sich erneut mit einem Appell gegen überbordende Bürokratie an die Politik gewandt. „Der Kampf gegen die Bürokratie gleicht dem Kampf gegen eine Hydra, bei der jedem abgeschlagenen Kopf zwei neue nachwachsen“, sagte Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstags und Vizepräsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks, bei der Vollversammlung der oberfränkischen Handwerkskammer (HWK) in Bayreuth. Die Politik müsse beim Abbau bürokratischer Hemmnisse endlich in die Umsetzung kommen. „Wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Umsetzungsdefizit“, betonte Peteranderl.

Ebenso eindringliche Worte fand der oberfränkische HWK-Präsident Matthias Graßmann. „Wir fordern alle politisch Handelnden auf, egal welcher Partei und welcher Couleur: Beenden Sie den Stillstand, beenden Sie gegenseitige Blockaden“, sagte Graßmann laut einer Mitteilung der HWK. Vielmehr gelte es nun, miteinander Lösungen zu finden, die von einer großen Mehrheit getragen würden. Damit spielte Graßmann neben der Bürokratie auch auf den Fachkräftemangel an.

Hohe Auszeichnung für Oppel

Bei der Nachwuchsgewinnung setzt die oberfränkische Handwerkskammer mit Investitionen in ihre Bildungszentren in Hof, Bayreuth, Bamberg und Coburg ein klares Signal. Sie sollen als moderne und innovative Lernstätten „Leuchttürme“ sein, die auch optisch und architektonisch Modernität und Präsenz ausstrahlten, heißt es. Das Bildungszentrum in Hof ist bereits fertiggestellt. Für die Maßnahmen in Bayreuth, Bamberg und Coburg rechnet die HWK Oberfranken in ihrer Finanzplanung zwischen 2024 und 2028 mit einem Bau- und Modernisierungsvolumen von knapp 75 Millionen Euro.

Peteranderl und Graßmann betonten, wie wichtig es sei, das Handwerk als starke Branche zu positionieren. Das Handwerk habe in Krisen immer seine Stärken ausgespielt. Es sei flexibler, persönlicher, regionaler und unabhängiger als andere Branchen und habe engere Kontakte zu den Mitarbeitenden und Fachkräften.

Eine besondere Wertschätzung wurde bei der Vollversammlung dem Forchheimer Ehrenkreishandwerksmeister Werner Oppel zuteil. Mit der „Goldenen Ehrennadel“ erhielt er die höchste Auszeichnung, die das oberfränkische Handwerk für langjährige Verdienste zu vergeben hat. Damit würdigt die Kammer Oppels seit mehr als 40 Jahren andauerndes berufliches und ehrenamtliches Engagement für das Handwerk.

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