Am 23. Juni mussten deshalb das Veterinäramt und die Münchberger Polizei anrücken. Eine Anwohnerin hatte die Behörden informiert. Sie war auf der Suche nach zwei ihrer eigenen Katzen, die entlaufen waren, auf die Lage aufmerksam geworden.

Landratsamts-Sprecherin Stefanie Schulze bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung: "Das Landratsamt hat von dem Fall Kenntnis erlangt und arbeitet daran, die Tiere zu vermitteln." Elf von ihnen seien bereits abgeholt worden und befänden sich nun in der Obhut eines Tierheims. Auf die nähren Umstände möchte die Behörde aktuell nicht eingehen.

Beim Animal Hoarding, wie der englische Fachbegriff für das Phänomen der Tierhortung lautet, handelt es sich um das krankhafte Sammeln von Tieren - häufig trifft es Katzen und Hunde, aber auch Kleintiere und Exoten wie etwa Schlangen. Es handelt sich dabei um eine Zwangsstörung. Den Haltern ist es nicht mehr möglich, ausreichend Nahrung, Hygiene oder medizinische Versorgung für ihre Tiere zu gewährleisten. Darunter leiden in der Regel auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der betroffenen Person selbst und ihrer Haushaltsmitglieder.

Animal Hoarding kommt auch in Oberfranken immer häufiger vor. Aus einer Auflistung des bayerischen Minsteriums für Umwelt- und Verbraucherschutz geht hervor, dass die Veterinärbehörden in den vergangenen fünf Jahren allein hier beinahe 530 betroffene Tiere registrierten. In der Stadt Hof gab es einen Fall, bei dem 19 Hunde und neun Katzen befreit werden mussten. Im Landkreis Hof wurden vier Fälle gezählt, die sich auf 100 Ratten, 40 Hunde und 17 Katzen summierten.