Nur kurz gewackelt Medi hält in Würzburg Playoff-Traum am Leben

Wichtige Punkte steuerte Lazeric Jones (rechts) im entscheidenden dritten Viertel bei. Vom 48:44 zum 57:46 erzielte der Medi-Spielmacher sieben der neun Bayreuther Zähler. Foto: Heiko Becker

Nach ausgeglichener erster Halbzeit gewinnt Medi Bayreuth noch deutlich. Würzburg bricht wieder im dritten Viertel ein.

Basketball - Medi Bayreuth hat seinen Aufwärtstrend in der Bundesliga am Montagabend weiter fortgesetzt und darf nach dem 90:75 (40:40)-Sieg bei S.O. Würzburg weiter von den Playoffs träumen. Entscheidend war das dritte Viertel, in dem die Würzburger ein Déjà-vu zur vorigen Niederlage in Weißenfels erlebten und das sie mit 12:24 verloren.

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Mit dem ersten getroffenen Dreier bei fünf Versuchen sorgte Lazeric Jones für einen Bayreuther 7:2-Start. Weil anschließend aber Würzburg erstaunlich gut von außen traf, gelang ein 11:0-Lauf, den das Medi-Team seinerseits mit zwölf Punkten in Folge zum 19:13 beantwortete. Ihre schlechtere Trefferquote machten die Bayreuther mit Offensivrebounds (sechs in der ersten Halbzeit) wett, wobei sie ihre physischen Vorteile unter dem Korb ausspielten.

Erst Bartley, dann Obiesie

Trotzdem war die Partie nach dem ersten Viertel (18:19) nahezu ausgeglichen, und auch in den zweiten zehn Minuten konnte sich keine der beiden Mannschaften absetzen. Zunächst glänzte Frank Bartley mit sieben Punkten in Folge, leistete sich dann aber auch ein paar Fehlwürfe (darunter zwei von der Freiwurflinie) und Ballverluste. Auf der Gegenseite tat sich Joshua Obiesie mit acht Zählern (zwei Dreier) hervor. Weil die Bayreuther Einzelaktionen saßen, hieß es zur Halbzeit 40:40.

David Walker mit zwei Dreiern und Lazeric Jones mit sieben der folgenden neun Bayreuther Zähler sorgten für einen 57:46-Vorsprung (27.), während Würzburg ein unsportliches Foul von Walker nur zu einem Punkt nutzte. Ein Dreier von Osvaldas Olisevicius ließ die Führung sogar auf 62:47 wachsen. Zu Beginn des Schlussabschnitts erzielte dann auch Bastian Doreth seine ersten Punkte zum 66:54. „Wir wussten, dass Würzburg kämpfen und aggressiv verteidigen wird. Der Schlüssel war, dass wir gut auf den Ball aufgepasst und nicht den Kopf verloren haben“, sagte der Medi-Kapitän bei Magentasport.

Mehrere Möglichkeiten nicht genutzt

Auch nicht, als der Sieg noch einmal kurz ins Wackeln geriet, wobei Würzburg beim Stand von 67:76 (34.) jedoch mehrere Möglichkeiten ungenutzt ließ. Fünf Punkte in Folge von Olisevicius, der am Ende wieder einmal Bayreuther Topscorer war, zum 82:67 brachten endgültig die Entscheidung, die höchste Führung war dann kurz vor Schluss beim 90:72 erreicht.

S.O. Würzburg: Jones (8 Punkte), WARD (7), Böhmer, Obiesie (16), Haßfurther (2), ALBUS (5), Koch (4), HUNT (8), Weitzel, HOLLOWAY (14), KING (11); Feldwurfquote: 30/61 (49 Prozent), davon 8/23 Dreier (35 Prozent): Obiesie (4/5), King (3/5), Albus (1/3); Freiwürfe: 7/9 (78 Prozent); Rebounds: 21 defensiv, 6 offensiv (Obiesie 6/0).

Medi Bayreuth: Feldwurfquote: 34/59 (58 Prozent), davon 10/23 Dreier (43 Prozent): Olisevicius (3/5), Walker (3/8), Bruhnke (1/1), Tiby (1/2), Bartley (1/2), Jones (1/3); Freiwürfe: 12/18 (67 Prozent); Rebounds: 25 defensiv, 6 offensiv (Seiferth 6/0).

Stationen: 2:7 (3.), 13:7 (6.), 13:19 (10.), 18:19 (1. Viertel), 22:26 (12.), 36:32 (17.), 40:40 (Halbzeit), 44:45 (22.), 46:57 (27.), 47:62 (29.), 52:64 (3. Viertel), 63:71 (33.), 67:82 (37.), 72:90 (40.), 75:90 (Ende).

Einzelkritik (von Florian Kirchner)

DERERK PARDON (14 Punkte): Der Top-Rebounder konnte mehrfach seine Beweglichkeit gegenüber Murphy Holloway ausspielen, kratzte zudem mit einem Block gleich zu Spielbeginn am Selbstvertrauen der erfahrenen Würzburger Nachverpflichtung. Am Ende zweitbester Korbschütze (6/7 Würfe); vier Rebounds.

Nico Wenzl: Nicht eingesetzt.

Philip Jalalpoor (0): Kam vor der Pause vier Minuten zum Einsatz, allerdings ohne zählbaren Erfolg.

Kay Bruhnke (3): Kam nach Walkers drittem Foul zu seinem siebten Saisoneinsatz und rund zwölf Einsatzminuten. War giftig in der Defensive und nutzte seine einzige Wurfchance zu einem Dreier.

Bastian Doreth (9): Kam nach seinem Verletzungsausfall in der Partie gegen Crailsheim und lediglich zwei vorgelagerten Trainingseinheiten diesmal von der Bank, allerdings schon in der fünften Minute, weil die Medi-Korbjäger bis dahin nicht genügend Energie auf das Parkett brachten. Von seiner Verletzung war nichts zu sehen, mit neun Punkten, vier Rebounds und vier Assists wieder einmal überzeugend.

Andreas Seiferth (7): Mit klaren technischen und körperlichen Vorteilen gegenüber dem 143-fachen NBA-Spieler Perry Jones, insbesondere im Low-Post. Bester Bayreuther Rebounder (sechs), zudem im Abschluss wieder enorm effektiv (3/4 Würfe).

LAZERIC JONES (12): Startete unaufgeregt in die Partie, ließ im dritten Viertel mit sieben Zählern in Folge seine Korbjägerqualitäten kurzzeitig aufblitzen und beendete die Partie mit zwölf Zählern sowie je zwei Rebounds und Assists.

MATT TIBY (3): Hatte zu Spielbeginn einige Probleme in der Beschattung von BBL-Routinier Alex King, der seine ersten acht Punkte gegen ihn fehlerfrei verwerten konnte. Offensiv mit diesmal nur drei Würfen (ein Dreier) unauffällig.

Johannes Krug: Nicht eingesetzt.

DAVID WALKER (11): Einmal mehr stark in der Verteidigung, übernahm King im ersten Viertel und stoppte dessen Wurfserie. Offensiv wieder einmal mit Licht und Schatten (3/8 Dreier).

Frank Bartley (12): Fiel nach seiner Einwechslung im ersten Abschnitt nur durch einen Ballverlust auf, startete dann aber stark ins zweite Viertel mit acht Zählern in Folge.

OSVALDAS OLISEVICIUS (19): Der Ex-Würzburger (Saison 2017/18) eröffnete die Korbjagd und war am Ende wieder einmal bester Korbschütze mit 19 Zählern und guter Quote. Löste damit Bartley an der Spitze der teaminternen Korbschützenliste ab und erzielte zum 17. Mal in den zurückliegenden 18 Spielen eine zweistellige Korbausbeute. Zeigte zudem Vorbereiter-Qualitäten (vier Assists) und war zweitbester Rebounder (fünf).

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