Nürnberg will sich Geld von Bürgern pumpen

Die Stadt Nürnberg will sich künftig auch von seinen Bürgern Geld pumpen - und damit neue Wege bei der Kommunalfinanzierung gehen.

Der Finanzausschuss des Stadtrats gab dafür am Dienstag grünes Licht. Möglicherweise werde die Stadt bereits 2013 von der Option erstmals Gebrauch machen, erläuterte Stadtkämmerer Harald Riedel (SPD). Nach Angaben des Bayerischen Städtetags hatte sich bereits in den 1990er Jahren München auf diesem Wege Geld von den Bürgern beschafft.

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Unklar ist nach Riedels Worten noch, für welche Bürgerkredit-Variante sich die Stadt entscheidet. Denkbar sei etwa eine "Frankenanleihe" über 100 Millionen Euro, die Nürnberg zusammen mit Würzburg aufnehme. Würzburg würde sich daran mit 20 Prozent beteiligen. In der Diskussion sei auch ein von der Sparkasse Nürnberg vertriebener Kommunalsparbrief. Auch die Platzierung einer Anleihe schloss der Stadtkämmerer nicht aus. Bei allen Finanzprodukten könnten Anleger bei einer Laufzeit von fünf Jahren voraussichtlich mit knapp 1,1 Prozent Zinsen rechnen.

Nach Riedels Angaben reagiert die Stadt Nürnberg damit auf Veränderungen auf dem Kapitalmarkt nach der Finanzkrise 2009. Es sei zu befürchten, dass mit den erhöhten Eigenkapitalanforderungen für immer mehr Geldinstitute die "renditearmen Kommunalkreditgeschäfte" unattraktiv werden. Aktuell sei es für Nürnberg und andere süddeutsche Städte noch kein Problem, Bankkredite zu bekommen. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzmarkt-Entwicklung halten wir es aber für notwendig, über eine Verbreiterung unserer Finanzierungsbasis nachzudenken."

dpa