Nordkorea testet Mittelstreckenraketen

Nordkoreas jüngste Raketentests sind international scharf verurteilt worden.

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Der französische UN-Botschafter François Delattre sagte, er hoffe auf eine "entschiedene und rasche Reaktion" des UN-Sicherheitsrats auf diesen "inakzeptable" Verstoß gegen UN-Resolutionen. Auch die USA, Japan und Südkorea verurteilten den Test zweier Langstreckenraketen.

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Die nordkoreanische Führung hatte am Mittwochmorgen trotz eines Verbots der Vereinten Nationen zwei Raketen getestet. Nach Erkenntnissen des südkoreanischen Verteidigungsministeriums handelte es sich um Raketen des neuen Mittelstreckentyps Musudan. Dabei gelangen möglicherweise technische Fortschritte im Vergleich zu vorherigen gescheiterten Testflügen.

Nach Informationen aus Seoul startete eine erste Musudan-Rakete am frühen Morgen von der nordkoreanischen Ostküste und stürzte nach rund 150 Kilometern ins Meer. Südkoreas Verteidigungsministerium stufte diesen Test als Fehlschlag ein. Eine zweite Rakete gleichen Typs sei dann aber rund 400 Kilometer weit geflogen. Das Ministerium wollte sich zunächst nicht festlegen, ob der Test erfolgreich war.

Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums erreichte die Rakete eine Höhe von tausend Kilometern und flog damit 600 Kilometer höher als die Internationale Raumstation (ISS). In einer Erklärung des Ministeriums hieß es, dieser Test gebe Anlass zu "erheblicher Sorge".

Das US-Außenministerium wertete den neuerlichen Raketentest als "provokante Aktion". Die USA würden sich bei der UNO dafür einsetzen, Nordkorea für diesen Verstoß zur Rechenschaft zu ziehen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte, derartige Raketentests "können nicht geduldet werden". Die Nato verurteilte die Tests "scharf". China warnte vor "jeder Aktion, die Spannungen erhöhen könnte".

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, forderte Pjöngjang auf, sich an die UN-Resolutionen zu halten. Wenn die Führung in Nordkorea glauben sollte, die internationale Gemeinschaft würde sich an diese "gezielten Völkerrechtsbrüche gewöhnen", dann läge sie falsch.

Der französische UN-Botschafter Delattre, dessen Land derzeit den Vorsitz des UN-Sicherheitsrats hat, sagte, das Gremium werde sich "sehr wahrscheinlich" am Mittwochnachmittag (Ortszeit) zu Beratungen versammeln. Er äußerte die Hoffnung, dass die 15 Mitglieder die Raketentests wie bei früheren Fällen einstimmig verurteilen. Diplomaten zufolge wird ein entsprechender Beschluss aber Zeit beanspruchen.

Ein erfolgreicher Test der neuen Musudan-Rakete wäre für Nordkorea ein militärischer Fortschritt. In diesem Jahr war der kommunistische Staat bereits vier Mal mit dem Test einer Musudan-Rakete gescheitert: Die Flugkörper waren entweder beim Start oder kurz danach explodiert. Die Rakete hat eigentlich eine Reichweite zwischen 2500 und 4000 Kilometern. Damit könnte sie Ziele in Südkorea oder Japan treffen.

Nordkorea feuerte in der Vergangenheit an seiner Ostküste in der Vergangenheit immer wieder versuchsweise Raketen ab. Drei im April gescheiterte Raketentests waren als Blamage für die Führung gewertet worden, die eigentlich vor einem Parteitag ihre militärische Macht hatte demonstrieren wollen.

Neben Mittelstreckenraketen entwickelt Nordkorea auch Atomwaffen. Am 6. Januar hatte das Land seinen vierten Atomwaffentest seit 2006 abgehalten, einen Monat später folgte der Abschuss einer Langstreckenrakete. Der UN-Sicherheitsrat verhängte daraufhin Anfang März seine bislang schärfsten Sanktionen gegen das kommunistische Land.

dpa