Es wurde die erwartet schwere Aufgabe für die Bayreuther, die ihrer Favoritenrolle lange nicht gerecht wurden. Vielmehr hatten die ersatzgeschwächten, dafür aber umso giftigeren Rosenheimer vor den behördlich erlaubten 200 Zuschauern im ersten Durchgang sogar die vielversprechenderen Gelegenheiten, SpVgg-Torwart Sebastian Kolbe war allerdings stets auf dem Posten bei Vorstößen von Julian Höllen (22.), Achitpol Keereerom (24.) und Korbinian Linner (26.). Einmal stand ihm allerdings auch das Glück zur Seite, als Linners abgefälschter Ball haarscharf neben dem Pfosten landete (34.). Altstädter Angriffsbemühungen blieben indes Mangelware, es fehlten die zündenden Ideen aus dem Mittelfeld, die beiden Spitzen Markus Ziereis und Stefan Maderer hingen förmlich in der Luft. Ernsthafte Torannäherungen sah Trainer Timo Rost vor dem Wechsel ebenso wenig wie schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinnen. „Das dauert zu lange, das muss viel schneller gehen”, kritisierte der Übungsleiter des öfteren lautstark an der Seitenlinie.

Den zweiten Durchgang gingen die Gäste etwas konzentrierter, sprich zielstrebiger an. Maderer hatte die Führung nach einem sehenswerten Angriff auf dem Fuß, der Abschluss des ehemaligen Schweinfurters aus fünf Metern stellte aber Alin Goia im TSV-Tor vor keine nennenswerten Probleme (50.). Nur fünf Minuten später fiel Ziereis in ebenso aussichtsreicher Position das Spielgerät auf den Schlappen, war aber zu überrascht, um daraus Kapital zu schlagen. Und weitere zwei Zeigerumdrehungen darauf zielte Alexander Nollenberger nach einer Ziereis-Vorlage nur knapp am linken Pfosten vorbei. Ziereis` Kopfball fischte Goia aus dem Winkel (63.). Der Druck der Rost-Elf auf langsam nachlassende Oberbayern wuchs, mit Anton Makarenko (für Chris Wolf) und Tim Sulmer (für Markus Ziereis) wollten die Altstädter neue Impulse setzen, was letztlich auch gelingen sollte. Viel Glück hatten die Gastgeber noch, als Schiedsrichter Lothar Ostheimer in der 71. Minute nach einer elfmeterreifen Attacke von Matthias Heiß gegen Marcel Schiller weiterlaufen ließ. Und dann belohnten sich die Altstädter doch für ihre Steigerung: Nollenberger eroberte sich auf der linken Seite den Ball, ließ noch zwei Gegenspieler stehen und überwand Goia mit einem leicht abgefälschten Schuss ins kurze Eck (78.).

TSV 1860 Rosenheim: Goia – Moser, Heiß,  C. Wallner, Sattelberger – Shabani, Majdancevic (46. Markert), Höllen, K. Linner – Keereerom, Demolli (82. Zimmerschied).

SpVgg Bayreuth: Kolbe – Lippert, Eder, Schwarz, Schiller – Weimar, Wolf (66. Makarenko), Kracun, Nollenberger – Ziereis (90. Weber), Maderer (73. Sulmer).

SR: Ostheimer (Pfaffenhofen); Zuschauer: 200; Ecken: 2:4.

Tore: 0:1 Nollenberger (78.).

Gelbe Karten: Höllen, Shabani, Heiß – Lippert.