Davor warnt auch die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Bodensee (OAB). "Arten wir das Blesshuhn und der Haubentaucher können nicht zur Brut schreiten, wenn der Bereich nicht unter Wasser steht", sagt Lisa Maier. "Sie warten dann auf dem Wasser oder bauen ihr Nest im Schlick. Dort ist die Brut leichte Beute für Füchse." Ein schlechtes Brutjahr könne zwar mal passieren, sagt Maier. "Aber es häuft sich in den vergangenen Jahren."
Ist die Trinkwasserversorgung gesichert?
Ja, absolut, wie der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung betont. "Auf die Wasserentnahme und Trinkwasserversorgung der Bodensee-Wasserversorgung hat das Niedrigwasser aktuell keinen Einfluss", sagt Verbandssprecherin Anna-Maria Dillinger. Es flössen Jahr für Jahr rund 11,5 Milliarden Kubikmeter Wasser in den Bodensee. "Die Bodensee-Wasserversorgung entnimmt nur ein Prozent der Menge, die dem See zufließt", erklärt Dillinger. Bis zu 670 Millionen Liter dürfe der Verband täglich aus dem See entnehmen.
Kann der Wasserstand in den nächsten Wochen wieder deutlich steigen?
Die LUBW-Experten rechnen zwar mit einem leicht steigenden Wasserstand, weil die derzeit hohen Temperaturen die Schneeschmelze kurzfristig verstärken könnten. Dieser Anstieg könne aber geringer ausfallen als üblich. "Für den Wasserstand im Sommer lassen sich keine verlässlichen Vorhersagen treffen", teilt die LUBW mit. Klar sei aber: Damit der Wasserstand im Bodensee wieder gewohnte Werte erreiche, müsse es neben der Schneeschmelze auch flächendeckend im Einzugsgebiet des Bodensees regnen.