Nick Út vielleicht bald in Plech? Berühmter Fotograf kündigt sich an

Dieses Foto vom 8. Juni 1972 ging um die Welt und trug Út den Pulitzer-Preis ein. Foto: dpa/Nick Út

Vietnamesischer Kriegsreporter kommentiert Facebook-Beitrag des Deutschen Kameramuseums in Plech

Vor fast genau 50 Jahren entstand das berühmte Foto, welches um die Welt ging und sich in die Köpfe der Menschen eingebrannt hat. Der Vietnamese Nick Út war damals als Kriegsreporter für die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) unterwegs und machte am 8. Juni 1972 das schockierende Foto vom Napalm-Mädchen. Vor einigen Tagen kommentierte der Fotoreporter unter einem Facebook-Beitrag des Plecher Kameramuseums. Ein Grund zur Freude für alle Fotografie- und Kamera-Enthusiasten und natürlich für Museumsleiter Kurt Tauber.

Das Bild gehört zu den bekanntesten Fotografien des 20. Jahrhunderts. Bei einem Napalmangriff südvietnamesischer Flugzeuge wurde das Dorf Trang Bàng getroffen. Unter den Bewohnern, die fliehen mussten, war das Mädchen Phan Thi Kim Phúc. Mit Verletzungen durch den Angriff und völlig nackt rannte das Mädchen aus dem Dorf. Dort stand Nick Út mit einigen anderen Pressefotografen. Doch er allein sollte das Motiv des Schreckens einfangen.

Museum ist in aller Munde

Als einer der wenigen kümmerte er sich auch um das verletzte Mädchen und sorgte dafür, dass sie und weitere Familienmitglieder in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Verletzungen des jungen Mädchens waren damals so schlimm, dass sie erst nach fast 20 Operationen wieder in ihr Heimatdorf zurückkehren konnte. Und selbst dann war sie immer noch auf medizinische Hilfe angewiesen. Die beiden, Phan Thi Kim Phúc und Nick Út, verbindet seit diesem schrecklichen Moment eine tiefe und innige Freundschaft. Der junge Fotograf wurde quasi über Nacht berühmt. Das Bild wurde 1972 sogar zum Pressefoto des Jahres gewählt. Ein Jahr darauf erhielt Út den Pulitzer-Preis. Phan Thi Kim Phúc setzte sich später für die Aussöhnung und den Frieden ein und wurde später, Mitte der 90er Jahre, zur ehrenamtlichen UNESCO-Botschafterin des guten Willens ernannt.

Doch wie kommt Nick Út nun nach Plech? Dazu muss Kurt Tauber etwas ausholen. Vor einigen Jahren bot das Museum eine Fotoausstellung zum Fall der Mauer an. Neben seinen eigenen Bildern konnten die Besucher ebenfalls die Bilder seiner Kollegen – Jens Werlein und Herbert Piel - bestaunen. Beide Fotografen sind deutschlandweit, aber auch international bekannt. Herbert Piel arbeitete oftmals für Zeitschriften wie den Stern oder war für den Spiegel als Kriegsreporter im Ausland.

„Der wiederum ist mit Nick Út befreundet. So hat sich der Kreis geschlossen“, erzählt Tauber. „Als ich Nick in der Freundesliste von Herbert fand, habe ich ihm einfach so eine Freundschaftsanfrage geschickt.“

Nach kurzer Zeit bestätigte der berühmte Fotograf die Anfrage. Die beiden schrieben ab und zu und Kurt Tauber verfolgte über Jahre seine vielen Beiträge, Ehrungen sowie Ausstellungen. Gerade in diesem Jahr gebe es viele Beiträge von Út, da sein bekanntestes Foto vor genau 50 Jahre von ihm gemacht und veröffentlicht wurde.

Ein guter Moment, um das Bild im Museum aufzuhängen, dachte sich Kurt Tauber vor kurzem. „Es wäre doch toll, wenn man so ein Bild hätte. Eine Art Dauer-Ehrenplatz. Am besten noch mit einer Signatur von ihm.“ Kurzerhand entschied sich Tauber, frech zu sein und ihn per Facebook-Beitrag einzuladen. Zur großen Überraschung aller antwortete der berühmte Fotograf online, bedankte sich und kommentierte, dass er es lieben würde – bei einem nächsten Besuch in Deutschland – das Museum zu besuchen. („Thanks Kurt. I love visit you Museum next time“).

Jetzt heißt es abwarten. Es mache keinen Sinn, Druck zu machen und nachzufragen, wann er denn wieder in Deutschland sei, ist sich Tauber sicher. „Wir würden uns freuen. Ich frage mich nur, wie real und wahrscheinlich diese Aussage ist.“

Etwas Gutes hat das Ganze schon jetzt: Publicity. Das Museum erhielt bereits viele Anfragen von Fachzeitschriften und anderen Medien, die natürlich dabei sein wollen, falls Nick Út nach Plech kommt. Verdient, meint der Leiter. Jetzt sei das Museum in aller Munde und das „ist ja schon jetzt etwas Positives“.

Tauber beobachtet nun, welche Kreise dieser Kommentar zieht und hofft auf die Hilfe seiner Kollegen. So geht er davon aus, dass, wenn einer seiner Freunde auf Út trifft, dann werden diese ihn schon darauf ansprechen.

Nun heißt es Daumen drücken, dass so ein prominenter Fotograf seinen Weg in die Fränkische Schweiz findet und dort das Deutsche Kameramuseum besucht. Vielleicht ja auch mit einer eigenen Ausstellung.

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