Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) hat in der letzten Stadtratssitzung vor seinem Ausscheiden aus dem Amt und auch aus dem Kulmbacher Stadtrat das Problem benannt: „Kulmbach ist auf einem guten Weg. Aber seien wir ehrlich: Das Projekt ist nicht ohne Zündstoff.“ Was Lehmann da umschreibt, ist ein auf einer Fläche von rund 40 Hektar, verteilt auf mehrere verschiedene Geländeteile, geplanter Solarpark auf der Kirchleuser Platte. Wie schon vorher bei anderen Projekten soll auch dieses wieder mit einer Mehrheitsbeteiligung der Stadt Kulmbach und einem Partner umgesetzt und damit allen Kulmbachern und Kunden der Stadtwerke zugute kommen. In dem Fall allerdings hat sich Widerstand entwickelt. Nicht etwa in der Hauptsache, weil Anlieger grundsätzlich gegen die Freiflächenanlagen sind, sondern weil auf der Kirchleuser Platte bereits etliche große Windräder stehen. Die Leute fragen sich, ob diese „Belastung“ nicht schon reicht und ob man ihnen nun nach den Windrädern auch noch zusätzlich einen Solarpark vor die Nase sollte. Und auch über den praktischen Nutzen von Solarstrom, der immer dann im Übermaß vorhanden sei, wenn die Sonne scheint und nicht ausreicht, wenn das Wetter schlecht ist, machen sich Menschen Gedanken. So gespalten wie die Öffentlichkeit, ist auch der Stadtrat. Immerhin rund ein Drittel aller Stadtratsmitglieder hat am Donnerstag gegen die Fortführung der Planung gestimmt.
„Nicht ohne Zündstoff“ Großprojekt spaltet Kulmbach
Melitta Burger 24.04.2026 - 18:00 Uhr