Nicht nur Heinrich stark Die SpVgg in der Einzelkritik

Siegmund Dunker

Moritz Heinrich stand sinnbildlich für den starken Auftritt seiner SpVgg Bayreuth beim FC Ingolstadt (0:1). Der Neuzugang stand überraschend in der Startformation, bot dann eine couragierte Vorstellung. Aber nicht nur der 25-jährige Mittelfeldspieler hatte gute viele Szenen. Wie sich die einzelnen Akteure beim Drittliga-Debüt ihrer SpVgg verkauft haben, lesen Sie in unserer Einzelkritik.

SpVgg-Geschäftsführer Wolfgang Gruber meinte, in der Vorbereitung hätte man wohl einen Bruder von Ihnen gesehen, heute den richtigen Moritz Heinrich. Wie erklären Sie sich die Leistungsexplosion im Vergleich zur eher durchwachsenen Vorbereitung ?

Das hat schon viel mit Selbstvertrauen zu tun. Ich hab mich zwar hier schnell sehr wohl gefühlt, hatte dann aber nicht das Gefühl, dass ich als klare Verstärkung eingeplant bin. Und das hat sich dann auch in der Vorbereitung und in den Testspielen ein bisschen gespiegelt. Geändert hat sich das in der letzten Trainingswoche. Da lief es besser. Richtig gut wurde es, als ich erfahren habe, dass ich gegen Ingolstadt von Beginn an ran darf. Da ist das Selbstvertrauen zurückgekommen, was ausschlaggebend für die Leistung war.

Waren Sie selbst ein wenig überrascht, dass der Trainer Sie gleich gebracht hat?

Ich hab das schon am Mittwoch erfahren. Aber klar, unbedingt damit rechnen konnte ich nicht. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich wohler gefühlt, hatte weniger Angst, Fehler zu machen.

Nach einem eher durchwachsenen Jahr in Würzburg scheint es wieder bergauf zu gehen.

So ist es. Ich wurde hier super integriert. Wobei es natürlich schon geholfen hat, dass ich einige der Jungs kannte, die einen als Mit-, die anderen als Gegenspieler. In Würzburg lief das genau umgekehrt. Die Vorbereitung war sehr gut, die Startphase so einigermaßen und dann bin ich immer mehr aufs Abstellgleis geraten. Zweimal Corona kam dann auch noch dazu. Und am Schluss war ich gar nicht mehr im Kader – ohne für mich nachvollziehbaren Grund. Außerdem waren wir die ganze Saison keine richtige Mannschaft.

Und das ist hier anders?

Definitiv, das ist ganz anders. Wir machen unheimlich viel zusammen. Es gibt keine Grüppchenbildung und es gibt keinen, der hier herausstechen will. Der Teamgedanke steht immer im Vordergrund. Das ist schon sehr besonders.

Was überwiegt nach dem Spiel: Der Ärger über einen verpassten Punkt oder der Stolz auf eine starke Leistung?

Der Ärger! Ich kann absolut nicht verlieren. Das ist sehr ausgeprägt. Wir haben den Ingolstädtern jetzt zwar nicht unbedingt einen tollen Saisonstart geschenkt, aber die haben drei Punkte, wir null. Wenn die 20 Topchancen gehabt hätten, würde es mir leichter fallen, das zu akzeptieren. So fühlt sich die Niederlage extrem bitter an. Das Gespräch führte Stefan Wolfrum.

 

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