Neuzugang dabei Medi mit Lucious Jones Zweiter in Trier

Gleich mittendrin: Noch ohne Training mit seiner neuen Mannschaft kam Medi-Neuzugang Lucious Jones (rechts) in den beiden Spielen in Trier schon auf eine Einsatzzeit von insgesamt 34 Minuten. Foto: Sebastian J. Schwarz

BASKETBALL. Einen klaren Sieg und eine knappe Niederlage verbuchte Medi Bayreuth beim Vorbereitungsturnier in Trier. Nach einem souveränen 90:68 gegen den gastgebenden Zweitligisten ging gestern das Finale gegen den belgischen Erstligisten Belfius Mons-Hainaut, der am Vortag gegen die BG Göttingen mit 89:79 gewonnen hatte, mit 77:83 verloren.

Etwas überraschend debütierte dabei bereits der Nachfolger für Charles Cooke, von dem sich Medi Bayreuth vor einer Woche getrennt hatte: Lucious „Lucky“ Jones stand kurz nach seiner Ankunft in Bayreuth schon mit seinem neuen Team auf dem Feld.

Der 26-jährige, 198 cm große US-Flügelspieler hat die zurückliegenden drei Spielzeiten in Griechenland verbracht. Nach je einem Jahr bei Promitheas Patras und Paok Thessaloniki spielte er in der Saison 2018/19 für Aris Thessaloniki. Trotz einer turbulenten Saison, in der sein Klub unter anderem wiederholt mit Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen hatte, bot Jones dort beständige Leistungen. Mit 10,9 Punkten pro Spiel lag er in der internen Korbjägerliste des Tabellenneunten an zweiter Stelle. Zudem verzeichnete er 3,5 Rebounds und 1,4 Assists. Für die aktuelle Saison hatte er bereits einen bis Dezember befristeten Vertrag bei Panionios Athen unterzeichnet, aber im Einvernehmen aller Parteien wurde diese Vereinbarung zugunsten des ganzjährigen Engagements in Bayreuth aufgelöst.

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Medi-Trainer Raoul Korner gewinnt der Notwendigkeit einer Nachverpflichtung auf der Position drei des Small Forwards durchaus etwas Positives ab: „Da kann man sich zuerst ein Bild machen, was dem Team noch fehlt, und entsprechend reagieren“, wird er in einer Mitteilung des Klubs zitiert. „Lucky verfügt über Europaerfahrung auf hohem Niveau, spielt sehr physisch und gilt als exzellenter Verteidiger, der an beiden Enden des Feldes mehrere Positionen spielen kann. Er reboundet zudem gut und macht viele kleine Dinge, die im Spiel den Unterschied machen können. Dieses Profil rundet unseren Kader gut ab.“

Der Sportliche Leiter Matthias Haufer erklärt, dass man als Ablösung für Charles Cooke einen etwas größeren und physisch stärkeren Spieler gesucht habe: „Er hat sich in Europa vor allem mit seiner Defensivarbeit einen Namen gemacht. Offensiv attackiert er den Korb und gelangt so regelmäßig an die Freiwurflinie. Zudem ist er aus Post-up-Situationen gefährlich.“

Jones seinerseits wird mit der Aussage zitiert, dass er bereits seit seiner ersten Europasaison in Lüttich (Belgien), der ein Jahr in Toulon (Frankreich) folgte, in Deutschland habe spielen wollen: „Erstens ist die Liga sehr professionell, und zweitens gefällt mir der Spielstil.“ Zwei Anfragen während der vergangenen Saison habe er abgelehnt, um das in Schwierigkeiten steckende Aris-Team nicht im Stich zu lassen. „Umso mehr freue ich mich, dass es jetzt geklappt hat. Dass mit James Robinson ein guter Freund aus der High-School-Zeit in Bayreuth spielt, hat mir die Entscheidung noch mehr erleichtert.“

Sogar die Oberfrankenhalle hat der Medi-Neuzugang schon einmal kennengelernt: Während des Expert-Jakob-Cups zur Vorbereitung auf die Saison 2017/18 gehörte er zum Team von Paok Thessaloniki, das im Endspiel gegen die Gastgeber mit 65:66 verlor. Acht Punkte und fünf Rebounds trug er damals für die Griechen bei.

Der Spielverlauf gegen die Gladiators Trier gab Jones gleich Gelegenheit zu einer Einsatzzeit von fast 15 Minuten in seinem neuen Team. Schließlich war vor nur 530 Zuschauern die Frage nach dem Sieger bereits nach einem 14:0-Lauf zum 35:9 (11.) so gut wie beantwortet. Der gastgebende Zweitligist bemühte sich zwar, mit physischer Spielweise dagegenzuhalten, kam aber erst nach dem höchsten Rückstand von 50:81 am Ende des dritten Viertels mit 18:9 Punkten in den letzten zehn Minuten zu einer gewissen Resultatsverbesserung. Auffälligster Spieler der Gladiators war ihr einziger Neuzugang: US-Guard Jordan Geist zeichnete sich mit 28 Punkten aus, obwohl keiner seiner sieben Dreier-Versuche das Ziel fand (9/13 Zweier, 10/10 Freiwürfe). Dagegen blieb Center-Routinier Jermaine Bucknor ohne Punkt.

15:28 Punkte im letzten Viertel

Gegen Mons-Hainaut verlief die Partie erwartungsgemäß viel ausgeglichener: 16 Mal wechselte die Führung. Am Ende des dritten Viertels schienen die Bayreuther auf die Siegerstraße einzubiegen, als sie einen 13:0-Lauf zum 59:51 hinlegten und beim 62:53 ihre höchste Führung erreichten. Nach der letzten Pause schlugen die Belgier aber mit neun Punkten in Folge zum 68:66 zurück und entschieden diesen Abschnitt mit 28:15 für sich.

Am Ende fehlte den Bayreuthern besonders ihre Treffsicherheit von der Dreierlinie. Von 15 Distanzwürfen in der zweiten Hälfte fanden ganze zwei das Ziel. Vor allem Bryce Alford blieb mit 1/9 Dreiern und insgesamt 4/16 Würfen weit unter seinen bislang so verlässlichen Quoten. Dafür deutete Center Reid Travis nach überstandener Verletzung mit neun Rebounds und neun gezogenen Fouls (7/11 Freiwürfe) seine physischen Qualitäten an.

Medi Bayreuth – Gladiators Trier 90:68 (53:31)

Medi Bayreuth: ROBINSON (9 Punkte / 24:16 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 4), Jones (2 / 14:30 / 5), WOODARD (16 / 20:10 / 26), Doreth (8 / 15:46 / 18), Krug (0 / 6:24 / 0), MEISNER (10 / 17:25 / 11), ALFORD (22 / 23:14 / 12), TRAVIS (6 / 21:05 / 11), Raffington (3 / 11:40 / 11), Bruinsma (11 / 24:56 / 10), Grüttner-Bacoul (3 / 20:34 / 2); Feldwurfquote: 30/59 (51 Prozent), davon 15/29 Dreier (52 Prozent): Alford (5/9), Woodard (4/7), Doreth (2/3), Robinson (1/1), Meisner (1/2), Grüttner-Bacoul (1/2), Bruinsma (1/4); Freiwürfe: 15/21 (71 Prozent); Rebounds: 26 offensiv, 10 defensiv (Bruinsma 4/5); Effektivität: 102 (Alford 20, Woodard 16, Bruinsma 16, Doreth 14, Meisner 11).

Meiste Punkte für Trier: Geist (28), Dranginis (14), Schmitz (7).

Viertel: 9:32, 22:21, 19:28, 18:9.

Medi Bayreuth – Belfius Mons-Hainaut 77:83 (42:40)

Medi Bayreuth: ROBINSON (15 Punkte / 19:39 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 9), Jones (4 / 19:32 / -2), WOODARD (13 / 26:05 / -8), Doreth (5 / 20:21 / 3), Krug, Meisner (6 / 16:27 / -4), ALFORD (12 / 28:51 / -1), TRAVIS (13 / 26:31 / -12), Raffington (0 / 13:29 / 6), BRUINSMA (9 / 23:33 / -2), Grüttner-Bacoul (0 / 5:32 / -1); Feldwurfquote: 24/58 (41 Prozent), davon 5/24 Dreier (21 Prozent): Bruinsma (2/4), Doreth (1/2), Woodard (1/4), Alford (1/9); Freiwürfe: 24/30 (80 Prozent); Rebounds: 21 defensiv, 11 offensiv (Travis 5/4); Effektivität: 78 (Travis 18, Woodard 18, Robinson 11).

Meiste Punkte für Mons-Hainaut: Reinhardt (21), Smith (17), Freeman (16).

Viertel: 19:22, 23:18, 20:15, 15:28.

 

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