Neuzugang aus Dresden Martin Davidek verstärkt die Tigers

Jubel im Lieblingsstadion: Im Oktober 2016 gelang Tigers-Neuzugang Martin Davidek (rechts) erstmals ein Dreierpack für die Dresdener Eislöwen im Tigerkäfig. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Die Spatzen pfiffen es seit seinem verkündeten Abschied aus Dresden von den Dächern, nun ist es amtlich: Martin Davidek verstärkt die Bayreuth Tigers in der kommenden DEL2-Saison. Der 32-jährige gebürtige Tscheche ist Neuzugang Nummer fünf für die Mannschaft von Trainer Petri Kujala, die sich damit nicht nur Erfahrung, Torinstinkt und Knowhow bei den Special Teams ins Boot holt, sondern ganz nebenbei noch die Leiden ihrer Anhängerschaft lindert.

Spätestens seit der Nacht des 17. Oktober 2017 dürfte der Name Martin Davidek zumindest bei den eher zart besaiteten Tigers-Fans Schnappatmung auslösen: Beim damaligen Gastspiel der Sachsen traf der Rechtsschütze dreifach, es war die halbe Miete beim Dresdner 6:3-Sieg. Dabei hatte er im Tigerkäfig fast auf den Tag genau ein Jahr vorher schon einmal drei Tore erzielt. Die Eislöwen hatten am 16. Oktober 2016 dank eines 5:2-Siegs alle Punkte mitgenommen. Von der Dresdener Morgenpost als „Schreck von Bayreuth“ geadelt wurde er aber erst bei seinem zweiten Dreierpack. Es war auch dieses Spiel in 2017, bei dem in Davidek tiefe Zuneigung für Bayreuth und den Tigerkäfig entflammte. „Ich hatte bis dahin eine komplette Ladehemmung. In Bayreuth habe ich dann seit längerer Zeit wieder einmal getroffen – ein tolles Gefühl. Seitdem ist das hier ist schon so ein bisschen mein Lieblingsstadion.“

Abgesehen von seinen positiven Erinnerungen löst auch das bevorstehende Wiedersehen mit alten Weggefährten Vorfreude bei ihm aus: Martin Heider und Michal Bartosch kennt er seit frühester Kindheit aus Opava, mit Sebastian Busch spielte er gemeinsam in Landshut, mit Juuso Rajala, Gustav Veisert und Tomas Schmidt in Dresden. Deren Schilderungen vom hiesigen Standort hätten ihm in seinem Entschluss bestärkt, in Bayreuth anzuheuern, sagt er. Ein weiteres Argument für die Tigers: „Unter Petri spielen sie ein System, das ich klasse finde – mit viel Laufarbeit und ständig kreuzenden Spielern. Es ist sehr schwer, sie zu verteidigen.“

Zurückliegende Spielzeit mit vielen Tiefen

Alles andere als klasse war für ihn die zurückliegende Spielzeit. Nachdem er in der Saison 17/18 mit 23 Toren und 20 Vorlagen ein Leistungsträger bei den Eislöwen war, kam er in der darauffolgenden Spielzeit überhaupt nicht in Tritt. Eine Borreliose und die Einnahme von Antibiotika verhinderten eine Sommer-Vorbereitung. „Als die Saison losging, hatte ich alle Muskeln verloren.“ Die Saison verlief entsprechend: Sieben Tore und 13 Vorlagen standen für den 182 cm großen Außenstürmer nach 52 Spielen zu Buche. Zu wenig für eine Vertragsverlängerung.

Petri Kujala hingegen rührt das wenig. Im Gegenteil: Er setzt auf den Jetzt-erst-recht-Effekt. „Martin ist heiß darauf zu zeigen, was er kann.“ Konkret: „Er ist ein exzellenter Überzahlspieler, er weiß, wo das Tor steht, hat einen erstklassigen One-Timer, und dann ist er auch noch Rechtsschütze.“ Davidek selbst beschreibt sich als kampf- und laufstarken Spieler, der sehr gerne seinen Körper einsetzt. Offensichtlich ist ihm aber auch ein gewisser Ehrgeiz zu eigen. Gefragt nach seinem Saisonziel, antwortet er wie selbstverständlich: „Auf jeden Fall Playoffs.“

Stationen von Martin Davidek

Nach Stationen in der tschechischen 1. Liga und der Extraliga mit über 250 Profieinsätzen wechselte Martin Davidek 2011 zu den Landshut Cannibals, wo er zusammen mit dem heutigen Bayreuther Sebastian Busch Zweitliga-Meister wurde. 44 Punkte in 39 Spielen steuerte der Stürmer damals bei, darunter zwei wichtige Treffer im entscheidenden sechsten Playoff-Spiel gegen Rosenheim. Nach zwei weiteren Spielzeiten in Niederbayern mit 41 Toren und 34 Assists in 96 Partien wagte er den Schritt in die DEL zum ERC Ingolstadt, wo er in zwei Jahren 70 Mal auf dem Eis stand und dabei drei Tore und neun Assists markierte. Danach wechselte er nach Dresden in die DEL2. Für die Eislöwen stand Davidek in drei Spielzeiten 138 Mal auf dem Eis, erzielte 50 Tore und lieferte 47 Vorlagen.

 

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