Nach Schlägerei in Maxstraße Polizei sucht neutrale Zeugen: „Zündschnur relativ kurz“

Vier Schlägereien an zwei Tagen. Die Polizei Bayreuth-Stadt will nach den Vorfällen am Freitag und Samstag die Präsenz in der Fußgängerzone Maximilianstraße erhöhen. Die Beamten gehen von jugendlichen Tätergruppen aus, die nach Corona generell häufiger zu Gewalt neigen würden. Zeugen werden gesucht.

Die Bayreuther Polizei hatte zuletzt aufgrund einiger Schlägereien gut zu tun. Foto: /dpa

„Die Täterbeschreibungen sind aktuell dürftig und geben einen Zusammenhang nicht zwingend her“, sagt Ernst Barth, Sachbearbeiter für Ordnungs- und Schutzaufgaben der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt. Auch wenn noch nichts ausgeschlossen werden könne: Die räumliche und zeitliche Nähe der Taten könnte entgegen erster Mutmaßungen der Polizei ein reiner Zufall sein.

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Wie berichtet, gab es am Freitagabend (18. März 2022) zwischen 18.30 und 20.15 Uhr sowie am Samstag (19. März 2022) gegen 22.45 Uhr gleich vier körperliche Auseinandersetzungen in der Innenstadt. Am Freitag wurden zunächst sechs Jugendliche aus dem Kreis Tirschenreuth auf dem Weg zur Zentralen Omnibus-Haltestelle (ZOH) von einer anderen Gruppe provoziert. Faustschläge unter anderem gegen den Kopf und in den Bauch folgten. Um 19.45 Uhr krachte es am Neptunbrunnen. Die Polizei wurde gerufen, kam aber zu spät. Die Beteiligten waren bei Eintreffen schon weg. Und um 20.15 Uhr stritten sich zehn Personen vor dem Karstadt. Einem 28-jährigen aus Hof wurde dabei mit den Füßen gegen den Kopf getreten. Am Samstag gab es in der Maxstraße dann erneut eine laut ersten Erkenntnissen von einer Gruppe provozierte Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen. Es gab eine Rangelei. Und ein 24-jähriger Bayreuther erlitt durch einen Flaschenwurf eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung.

Die Opfer sagen wenig: Neutrale Zeugen gesucht

Ein Problem der Ermittlungen: Die Geschädigten kooperieren kaum. Barth: „Sie sagen wenig, wollen nur, dass wir die mal zurechtweisen.“ Deshalb sucht die Bayreuther Polizisten neutrale Zeugen. Sie werden gebeten, sich telefonisch unter 09 21/5 06 21 30 zu melden. Einen Hinweis erhielt die Bayreuther Polizei bereits von ihren Kollegen aus Kemnath. Dort gab es eine Gruppe Jugendlicher, die vorher in Bayreuth gewesen sein soll.

Generell beobachte die Bayreuther Polizei derzeit ein recht großes Gewaltpotenzial unter jungen Leuten. „Man merkt, dass alle durch Corona lange reduziert wurden“, sagt Barth. Viele seien „mit kurzer Zündschnur“ unterwegs. „Es ist ein wenig, als ob sie darauf warten.“

Polizei will Jugendgruppen gezielt ansprechen

Neu ist zudem die Häufung von Zwischenfällen in der Fußgängerzone. Bislang sei eher die ZOH der Schwerpunkt gewesen, an dem viele Jugendliche aufeinandertrafen. „Wir haben das jetzt im Blick. Die Streifen wissen um die Lage und versuchen in der Fußgängerzone verstärkt aufzutreten.“ Jugendgruppen sollen dort auch aktiv angesprochen werden. Allerdings sagt Barth auch: Die Polizei könne nicht überall sein. Schließlich seien auch Schloss-Terrassen, Wilhelminenaue und Hofgarten weiterhin beliebte Treffpunkte.

Nahezu sicher sei, dass den Schlägereien am Freitag und am Samstag kein versuchter Diebstahl vorausging. „Niemand hat Forderungen beschrieben, niemandem fehlen Dinge“, sagt Barth. Stattdessen seien den körperlichen Auseinandersetzungen verbale Streitigkeiten vorangegangen. Die gute Nachricht: Die Polizei bekam bisher keine Rückmeldung, dass sich der Gesundheitszustand eines Geschädigten verschlechtert hätte. Einige seien im Klinikum behandelt worden. Der Polizei lägen aber aktuell keine Informationen über schwerere Verletzungen vor.