Neustadt am Kulm Brunnenfund kommt unverhofft

Walther Hermann
Von einer Brunnenanlage, die vermutlich nach Verlegen der Wasserleitungen abgedeckt worden war, zeigten sich die Stadträte überrascht und beeindruckt. Foto: Walther Hermann

Ein Bodendenkmal bereichert den Marktplatz und behindert Bauarbeiten. Ein ehemaliger Brunnen sorgt für Aufsehen.

Vor der jüngsten Stadtratssitzung endete ein Rundgang über die Großbaustelle am Marktplatz an einer breiten Grube, an deren Boden eine vermutlich ehemalige Brunnenanlage die Aufmerksamkeit der Kommunalpolitiker weckte. Bürgermeister Wolfgang Haberberger sprach von einem unerwarteten Fund, der bei Grabungsarbeiten für den künftigen Pavillon unter einer morschen Holzabdeckung frei gelegt wurde. Haberberger kündigte den Besuch von Geologen und Vertretern der Unteren Denkmalschutzbehörde an, die sich unter anderem für die Gegenstände interessieren, die am Grund der Anlage liegen. Darunter seien auch Flaschen eines Bayrischen Infanterieregiments. Begünstigt würden die Untersuchungen durch den zur Zeit sehr tief liegenden Grundwasserstand.

Gesprächen mit Geologen

In der anschließenden Sitzung stellte Bauleiter Daniel Färber die Frage: „Was steht ins Haus?“. Die Arbeiten für den Pavillon hätten gezeigt, was bei der Neugestaltung des Marktplatzes alles passieren kann. Da die Existenz des Brunnens nicht bekannt war, gelte es, in Gesprächen mit Geologen und Denkmalschutzbehörde eine Lösung zu finden. Er äußerte die Hoffnung, dass „das Thema in zwei bis die Wochen abgeschlossen ist und die Versorgungsleitungen verlegt und Masten gesetzt werden können“.

Zu den beim Rundgang am 17. Mai vom zuständigen Landschaftsarchitekten Felix Holzapfel-Herziger für den Westbereich des Marktplatzes bereits angekündigten Bäumen mit bis zu neun Metern Höhe verkündete Färber: „Wir haben auf der größten Baumschule Europas die stattlichen Bäume bereits ausgesucht.“ Die Bäume und auch zahlreiche Hecken sollen noch im Herbst gepflanzt werden. Als Wolfgang Schäffler nachfragte, warum man nicht kleinere Bäume nehme, verwies Haberberger auf Vorgaben des Denkmalamtes und die gewünschte Gesamtwirkung. „Je größer die Bäume, desto widerstandsfähiger sind sie, weil sie während ihrer Wachstumsphase bereits mehrmals umgepflanzt wurden“, ergänzte Färber.

Prioritäten setzen

„Für die weiteren Arbeiten am Marktplatz gilt es Prioritäten zu setzen“, forderte der Bauleiter und räumte ein, dass für fünf Pflasterer das Material „nur schleppend“ angeliefert wird und die Zeitfolge ursprünglich vorgesehener Arbeitsabschnitte „situationsbedingt geändert werden mussten“. Gemeinsam erörterten die Sitzungsteilnehmer die weitere Folge der Bauarbeiten und auch die Möglichkeiten zur Regelung des Wetterdienstes.

In der Aussprache um ein Ent-/Bewässerungskonzept für den Marktplatz sprach Haberberger von Suche und Schürfungen nach zwei ehemaligen Brunnen. Für zweiten Bürgermeister Helmut Schäffler ging es vorerst um den vor wenigen Tagen gefundenen Brunnen und die Frage „Verfüllen oder nicht?“. Nach längerer Aussprache einigte sich das Gremium auf: „Überbauen und Zugang schaffen.“

 

Bilder