Neues Windrad für den Pettendorfer Rangen

Von Moritz Kircher

Manchmal hilft eine Pause, erhitzte Gemüter zu beruhigen – so geschehen gestern vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth im Streit um ein drittes Windrad auf dem Pettendorfer Rangen an der A9 bei Trockau. Der Vorsitzende Richter Otto Schröppel hatte die Unterbrechung angeordnet, als die Verhandlung in eine hitzige Fachdiskussion auszuarten drohte. Nach der Pause hatten sich Kläger und Beklagte geeinigt. Das Windrad darf gebaut werden. Wann, steht aber noch nicht fest.

Windrad-Baustelle im Lindenhardter Forst im Sommer 2014: Ganz in der Nähe könnte bald eine weitere Anlage entstehen. Foto: Moritz Kircher Foto: red

Das Landratsamt Bayreuth hatte das Windrad nicht genehmigt, weil die Deutsche Flugsicherung (DFS) Bedenken hat. Am Flugplatz Bayreuth betreibt sie ein sogenanntes Drehfunkfeuer, das Flugzeugen die Navigation und den Anflug auf den Flugplatz möglich macht. Rund um den Flugplatz gibt es einen Schutzbereich mit einem Radius von 15 Kilometern. Das dritte Windrad auf dem Pettendorfer Rangen steht gerade so innerhalb dieser Zone und und könnte zur Gefahr für die Sicherheit werden, so die DFS.

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Die Gutachter kennen sich von diversen Gerichtsverhandlungen

Stimmt nicht, argumentierten die Kläger – ein Kommunalunternehmen der Gemeinden Hummeltal, Gesees und Mistelbach. Sie hatten sich mit dem Gutachter Gerhard Greving einen anerkannten Experten an die Seite geholt. Greving und die DFS kennen sich mittlerweile gut von diversen Prozessen in ganz Deutschland, in denen es immer ums Gleiche geht.

Bis vor das Bundesverwaltungsgericht haben sich die Experten beider Seiten schon darum gestritten, welchen Einfluss Windräder auf das Drehfunkfeuer an Flughäfen haben. In anderen Ländern würden weit weniger strenge Regelungen gelten, und die Sicherheit sei nicht beeinflusst, sagt Greving. Thomas Kleinmann von der DFS möchte dafür seine Hand nicht ins Feuer legen.

Gericht kann der Fachdiskussion irgendwann nicht mehr folgen

Zwischen beiden ging es in der Verhandlung hin und her. Richter Schröppel hörte sich das eine Zeit lang geduldig an und hakte dann ein: „Wir unterbrechen die Verhandlung, wir können Ihrer Diskussion überhaupt nicht mehr folgen.“ Pause – und dann die überraschende Einigung. Die DFS erteilt dem Windrad ihren Segen, wenn das Kommunalunternehmen so lange wartet, bis die Funkanlage am Bayreuther Flughafen abgeschaltet wird.

Das ist ohnehin in den kommenden Jahren geplant, weil die DFS das Bayreuther Drehfunkfeuer modernisieren und vielleicht ohnehin für eine bessere geografische Abdeckung in den Raum Coburg verlegen will. Eine moderne Anlage sei nicht mehr so anfällig für Störungen durch hohe Bauwerke wie Windräder. Der Weg für das dritte Windrad auf dem Pettendorfer Rangen ist dann frei.

Betreiber will Windrad möglichst ans Netz bringen

Der Hummeltaler Bürgermeister Patrick Meyer will von der DFS möglichst früh wissen, wann die Funkanlage abgeschaltet wird. Denn je früher das Windrad in Betrieb gehen kann, desto höher ist die gesetzlich garantierte Vergütung für den Strom. Sollte die DFS sich zu viel Zeit lassen, könnte die Anlage sich nicht mehr rechnen und würde gar nicht gebaut. Frühester Termin für das Abschalten des Funks am Bayreuther Flugplatz ist der März kommenden Jahres.