Neuer Tigers-Torwart Noch nie in der Abstiegsrunde

Künftig im Tigers-Tor: Olafr Schmidt. Foto: Imago//U. Scherbaum

Die Bayreuth Tigers haben eine Schlüsselposition im Kader für die kommende Eishockey-Saison in der DEL2 besetzt: Mit Olafr Schmidt vom EV Landshut kommt ein Schlussmann, der sich schon seit vier Jahren in der Liga bewährt hat.

Die Bayreuth Tigers haben die Stelle des Torwarts im Kader für die neue Saison in der DEL2 neu besetzt: Nachfolger von Timo Herden auf dieser Schlüsselposition wird Olafr Schmidt, der sich schon seit vier Jahren in der 2. Liga bewährt hat und dabei mit seinen Teams noch nie an den Playdowns um den Klassenerhalt teilnehmen musste.

Ist der Wechsel zu einem Klub, der in der Vorsaison noch in der zweiten Playdown-Runde gegen den Abstieg kämpfen musste, dann nicht ein Rückschritt? „Das ist eine gute Frage“, sagt Schmidt. „Ich bin aber überzeugt, dass Matthias Wendel eine gute Mannschaft zusammenstellt. Wenn wir gemeinsam an diesem Ziel arbeiten, kann das ein Playoff-Team sein.“ In der Pressemitteilung der Tigers wird er mit der Zielsetzung von „etwa 1,6 Punkten pro Spiel“ zitiert. Damit lagen die Eispiraten Crimmitschau am Ende der vergangenen Saison auf Platz sechs (78 Punkte aus 49 Spielen). Zum Vergleich: Die Bayreuther verzeichneten als Elfter einen Schnitt von 1,13 (59 aus 52).

Deutsche Familie väterlicherseits

Der 26-jährige Kanadier besetzt keine Ausländerstelle, weil die Familie seines Vaters aus Deutschland stammt. Geboren wurde er in einem Ort mit dem vielversprechenden Namen Lakeview (Seeblick) in der kanadischen Provinz Quebec („Da ist auch wirklich schön.“), aber ein erstes Engagement in Deutschland hatte er schon in der Saison 2013/14 im Nachwuchs der Starbulls Rosenheim. Nach weiteren Ausbildungsjahren in seiner Heimat begann seine Profilaufbahn 2016 bei Preußen Berlin in der Oberliga.

Schon mit 23 Jahren Leistungsträger in Weißwasser

Schmidts Durchbruch gelang dann schon im Alter von 23 Jahren bei den Lausitzer Füchsen. Als klare Nummer eins im Tor verzeichnete er 31 Einsätze, während sich die anderen 29 auf fünf (!) Kollegen verteilten. Mit einer Fangquote von 91,22 Prozent und einem Gegentorschnitt von 2,53 hatte er wesentlichen Anteil daran, dass die Mannschaft aus Weißwasser einen starken fünften Platz erreichte – nur einen Punkt hinter dem Zweiten.

Mit diesen Referenzen verdiente sich der Linksfänger ein zweijähriges Engagement bei den Ravensburg Towerstars, wo er ebenfalls die meisten Einsätze verzeichnete. Erst zuletzt in Landshut stand er als Kollege von Ex-Nationaltorhüter Dimitri Pätzold nur 18 Mal auf dem Eis.

Schmidt lässt kaum Zweifel daran, dass dies ein Grund dafür war, das ursprünglich auf zwei Jahre angelegte Engagement in Niederbayern zu beenden: „Ich möchte schon die Nummer eins sein und so viel wie möglich spielen. Aber ich weiß natürlich, dass man sich das verdienen muss. Ich hoffe, dass mir das gelingt und ich meinen Beitrag zum Playoff-Team leisten kann.“

Davon zeigt sich Tigers-Geschäftsführer in der Klub-Mitteilung überzeugt: „Olafr ist ein junger Goalie, der aber schon einiges an Erfahrung in der DEL2 sammeln konnte. Er hat zuletzt weniger gespielt und will sich bei uns wieder in den Vordergrund spielen. Mit ihm legen wir den Grundstein für eine stabilere Defensive.“

Auffällige Körpergröße

Den Bayreuther Fans dürfte Schmidt nicht zuletzt wegen seiner Körpergröße von 188 cm in Erinnerung sein, die sich auch auf seine Spielweise auswirkt: „Ich versuche schon, meine Größe zur Geltung zu bringen und damit etwas mehr Ruhe und Kontrolle auszustrahlen.“ Umgekehrt hat auch konkrete Erinnerungen an seine Gastspiele in Bayreuth: „Hier zu spielen, war als Torwart nie ein Spaß. Die Tigers hatten immer eine sehr gute Offensive mit einem recht freien System, auf das man sich nicht leicht einstellen konnte. Mit dem neuen Trainer kann es nun vielleicht etwas anders aussehen, aber ich bin jedenfalls froh, künftig auf der anderen Seite zu stehen.“

Info: Die Aussprache des in Deutschland etwas ungewöhnlich wirkenden Vornamens, erinnert mitunter an Oliver. Laut Schmidt ist es aber eine Variante von Olaf: „Ich glaube, das ist schwedisch.“

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