Dietrich-Bonhoeffer-Schule Neuer Ort zum Austoben: Turnhalle wird saniert

Die Turnhalle und die Außenanlagen der Dietrich-Bonhoeffer-Schule am Bodenseering können umfassend saniert werden. Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats stimmte am Mittwoch zu, 1,2 Millionen Euro zu investieren. Damit deckt die Stadt 65 Prozent der Baukosten.

Bayreuth - Der Rest kommt vom Verein Hilfe für das behinderte Kind mit Sitz in Pegnitz. Er ist Träger des sonderpädagogischen Förderzentrums mit den Schwerpunkten Lernen, Sprache und emotionale soziale Entwicklung. Die anteiligen Summen für Stadt und Verein ergeben sich aus einer Vereinbarung, die 2013 zur Finanzierung der Generalsanierung der Schule getroffen wurde.

Denn am Bodenseering wurde jüngst einiges gebaut. Das komplette Gebäude mit Klassenzimmern, Verwaltungstrakt und Hausmeisterhaus ist zwischen 2016 und 2019 renoviert worden. Turnhalle, Außenanlagen und der Ausbau des Ostflügels für einen Ganztagesbereich wurden damals zurückgestellt.

Schulleiter Markus Schneider-Geier freut sich auf die neue Turnhalle für 180 Kinder der Schule sowie die knapp 40 entwicklungsverzögerten Kinder, die in der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) des Förderzentrums betreut werden. „Für uns ist die Turnhalle sehr wichtig, weil wir viele Kinder haben, die sich austoben müssen. Zusätzlich lernen sie auch viel, weil die motorischen und die sozial-emotionalen Fertigkeiten dort gut gefördert werden können“, sagt Schneider-Geier. „Auch von den neuen Außenanlagen erwarten wir uns diesbezüglich sehr viel.“

Die rund 40 Jahre alte Einfachturnhalle soll entkernt und generalsaniert werden. Sie bekommt auch ein neues Dach. Auch vor der Schule wird gebaut. Der Hartplatz einschließlich Palisadenwand wird saniert, der Pausenhof neugestaltet. Die SVE-Kinder bekommen laut Schneider-Geier einen separaten Spielbereich, „so gelegen, dass es keine Gefahr gibt, dass sie auf die Straße laufen“. Zudem gibt es neue Lehrerparkplätze, die Gymnastikhalle kommt dafür weg. Der ursprünglich angedachte Ausbau eines Ganztagesbereiches findet indes nicht statt, da die Schule von dieser Idee Abstand genommen hat. „Die Sanierung der Turnhalle und der Außenanlagen werden vom Hochbauamt als notwendig eingestuft“, sagte Stadtbaureferentin Urte Kelm im Ausschuss. Laut Schulleiter Schneider-Geier sollen die Bagger spätestens Anfang 2022 rollen.

Der Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses fiel einstimmig. „Die Zusammenarbeit mit Hilfe für das behinderte Kind ist segensreich“, befand BG-Fraktionsvorsitzender Stephan Müller. Allerdings regte er an, dass die Stadt die Turnhalle mit nutzen könnte, „wenn wir schon 65 beziehungsweise 80 Prozent zahlen“. Erklärung: 65 Prozent zahlt die Stadt bei der Generalsanierung, bei den laufenden Kosten des Schulbetriebs sind es 80. „Das berechnet sich anhand der Schülerzahl“, erläutert Lucas Brunner. Der Sachbearbeiter in der Kämmerei des Landratsamtes ist gleichzeitig Geschäftsführer des Vereins Hilfe für das behinderte Kind, dessen Personalkosten der Landkreis zahlt. Der Verein betreibt zusätzlich zur Bayreuther Schule noch zwei weitere Förderzentren im Landkreis. Eine Außenstelle der Bonhoeffer-Schule in Weidenberg (für Schüler aus dem Fichtelgebirge) und die Dr.-Dittrich-Schule in Pegnitz (für den südlichen Landkreis). In die Bonhoeffer-Schule gehen zum Großteil Schüler aus der Stadt Bayreuth sowie einige aus dem westlichen Landkreis.

Die Anregung von Stephan Müller wurde – wie von Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) in der Sitzung zugesagt – von der Stadtverwaltung aufgenommen. „Heute hat die Schulverwaltung der Stadt schon gefragt, wer die Turnhalle außerhalb des Unterrichts nutzt“, sagt Brunner im Kurier-Gespräch am Freitag.

Die Antwort: Evangelische Familienbildungsstätte, Volkshochschule, Betriebssportgemeinschaften der Sparkasse und der Deutschen Bahn, BBC Eckersdorf, Verein der Freunde und Förderer Maximilianshöhe und Lehrersportgemeinschaft der Bonhoeffer-Schule. „Mieteinnahmen gehen an den Verein, werden aber bei der Kostenteilung mit der Stadt berücksichtigt“, sagt Brunner.

Ob die Halle zusätzlich Kapazitäten etwa für andere Bayreuther Schulen habe, müsse man abstimmen. „Sie ist gut belegt, aber im Ausnahmefall kann man da bestimmt was machen“, sagt Brunner. Etwa, wenn die Grundschule Meyernberg für die Zeit ihrer Sanierung Platz bräuchte.

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