Neue Software Firmen sollen ihre Daten leicht nutzen können

Andy Sydow will in enger Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen eine neue Software entwickeln. Foto: Stefan Schreibelmayer

BAYREUTH. Jahrelang hat Andy Sydow an entscheidender Stelle mitgewirkt, dass große Konzerne ihre Datenmengen auswerten und möglichst einfach nutzen können. Jetzt will der Bayreuther IT-Unternehmer das für mittelständische Unternehmen in der Region tun und startet dafür ein besonderes Projekt.

Data Warehouse - so heißt die Anwendung, die grundsätzlich nicht neu ist und mit der sich Andy Sydow jetzt schon seit rund elf Jahren befasst. Erst als Angestellter, unter anderem beim Textil-Discounter NKD; seit fünf Jahren als selbstständiger Entwickler, wobei er federführend bei Projekten unter anderem für den Versicherungskonzern Allianz, die französische Bank BNP Paribas oder die Senderkette Pro7/Sat1 aktiv war. Alles Unternehmen, bei denen Unmengen von Daten anfallen, die aufgearbeitet und dann möglichst zielgenau internen Teams oder auch der Leitungsebene zur Verfügung gestellt werden sollen.

Mittelstand schreckt zurück

Nicht nur für große Unternehmen sei das wichtig, sagt Sydow. Doch schrecke mancher Mittelständler nach seiner Erfahrung immer noch zurück, "wenn aus dem eher nebulösen Megathema Digitalisierung etwas Konkretes werden soll". Sei es wegen der befürchteten Kosten, sei es wegen des nicht einschätzbaren Aufwands, sei es wegen der beschränkten eigenen IT-Kapazitäten.

Wettbewerb

Sydow schwebt nun vor, in einer Art Wettbewerb in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen eine marktreife Software zu entwickeln, die diese beim Thema Digitalisierung unterstützt und ihnen insbesondere ihre eigenen Daten vergleichsweise einfach nutzbar macht. Am Ende des Projekts, für das der Entwickler ein gutes halbes Jahr ansetzt, hätte dann eine der teilnehmenden Firmen eine entsprechende Software, und zwar kostenlos. Andere könnten von vergleichsweise preiswerten Lizenzen profitieren.

An Umfrage teilnehmen

Den Ablauf des Projekts stellt sich Sydow so vor: Unternehmen aus Franken können sich bewerben und müssen als ersten Schritt an einer noch relativ allgemein gehaltenen Umfrage mit fünf Fragen teilnehmen, die der 33-Jährige auf seine Homepage gestellt hat. Aus den Teilnehmern - Sydow hofft auf mindestens 50, um einen möglichst umfassenden Überblick über die Problemlagen der heimischen Unternehmen zu bekommen - sollen dann bis zu drei Firmen ausgewählt werden. Für diese soll binnen einer Woche je ein Prototyp einer möglichen Software erstellt werden. Einer dieser Prototypen soll dann in enger Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Unternehmen bis zur Marktreife entwickelt werden. Für den "Gewinner" ist das umsonst. Sydow behält sich das Recht vor, die Software weiter zu vertreiben und auf andere Unternehmen anzupassen.

Zielgruppe weit gefasst

Die Zielgruppe fasst Sydow bewusst möglichst weit. Weil nicht nur der klassische Mittelstand die Digitalisierung angehen müsse. "Nehmen Sie zum Beispiel mal ein spezialisiertes, kleines Forschungslabor. Da fallen extrem viele Daten an, die ständig bewertet und ausgetauscht werden müssen. Mit Excel-Tabellen kommen Sie da nicht weit."

Den regionalen Ansatz, den Sydow bei den Projektteilnehmern verfolgt, will er aber auch anders herum umsetzen. "Wenn es um solche speziellen IT-Themen geht, schauen viele oft nur ins Ausland oder in Deutschland in die Metropolen und zahlen dann viel Geld für eine Lösung", sagt Sydow. Dabei sei sein Projekt, so wie er es umsetzen wolle, mehr oder weniger konkurrenzlos.

INFO:Weitere Informationen und Zugang zur Umfrage und damit zum Projekt im Netz unter der Adresse www.derdatenarchitekt.de

 

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