Neue Seniorenbeauftragte Mehr Begegnung möglich machen

Die Bürgerbegegnungsstätte hat noch Kapazitäten frei. Die neue Bayreuther Seniorenbeauftragte Brigitte Nürnberger will das Angebot erweitern und mehr Menschen ernuntern, teilzunehmen. Foto: Ralf Münch.

BAYREUTH. Die ersten 100 Tage von Brigitte Nürnberger in ihrem neuen Amt als Seniorenbeauftragte der Stadt Bayreuth sind längst um, nun will sie die Initiative ergreifen: Rausgehen und die älteren Menschen gewinnen, für die sie zuständig ist und für die sie da sein will.

 „Ich bin gut in Bayreuth angekommen“, sagt Nürnberger im Kurier-Gespräch. Damit meint sie wohl eher das Amt als die Stadt – denn Bayreuth kennt die 47-jährige gebürtige Kronacherin, weil sie schon länger mit ihrer Familie in Pegnitz wohnt. In gewisser Weise Neuland ist für Nürnberger aber die Arbeit mit und für Senioren. Die Sozialpädagogin hat zuvor rund 20 Jahre für das Integrationsprojekt Wabe in Erlangen gearbeitet. Wabe ist ein Verein zur sozialen und beruflichen Wiedereingliederung psychisch Kranker. „Es ging darum, diese Menschen fit zu machen für den Alltag, sie auch mal in Krisen zu begleiten“, sagt sie. Nebenbei bildete sie sich zur Betriebswirtin Sozialwesen weiter, wechselte intern in die Bereichsleitung, die zuständig ist für mehrere ambulante Wohngemeinschaften mit insgesamt rund 100 Menschen. Und sie baute in Erlangen ein Begegnungszentrum mit Gastronomie und Mittagstisch auf, wo die Menschen sich zum Reden, Spielen oder bei Veranstaltungen treffen können.

Seniorenarbeit neu strukturiert

Für so eine Einrichtung ist sie nun auch in Bayreuth zuständig: die Bürgerbegegnungsstätte, die seit 1991 am Sendelbach betrieben wird. Seit ihrem Amtsantritt wird die Einrichtung nicht mehr von der Leitung des Seniorenamts geführt, sondern von der Seniorenbeauftragten. „Wir haben die städtische Seniorenarbeit neu strukturiert, um die Bürgerbegegnungsstätte weiterzubringen“, sagt Sozialreferentin Manuela Brozat.

Erfahrungen aus Erlangen

Genau diese Kombination aus Begegnungsstätte und Seniorenbeauftragter habe sie an der Stelle in Bayreuth gereizt, sagt Nürnberger, die ihren Dienst am 1. April angetreten hat. Bei der Führung einer Begegnungsstätte bringe sie viel Erfahrung aus Erlangen mit ein, nach 20 Jahren Arbeit mit psychisch Kranken habe sie aber den Wunsch nach einem neuen Betätigungsfeld verspürt. Wobei sie auch hier viele Parallelen sieht: Einsamkeit, Selbstbestimmung, Umwälzungen im Leben, der Wunsch, in der eigenen Wohnung zu bleiben – das seien auch Themen, die viele ältere Menschen bewegen, zumal, wenn sie auf Hilfe angewiesen sind.

9000 Besucher im Jahr

Eigentlich wird das Bürgerbegegnungszentrum von den Bayreuthern schon ganz gut genutzt – zuletzt kamen rund 9000 Besucher im Jahr. Dort gibt es zum Beispiel regelmäßig Klöppel-Treffs, Bridge, Rommé und andere Kartenspiele, Handarbeiten, Tanzkreis, die Suppe am Samstag, Vorträge und Veranstaltungen von Alzheimer-Gesellschaft und der Seniorengenossenschaft Jaz. Die Nutzung der Begegnungsstätte könnte aber noch besser sein, glauben Nürnberger und Brozat. „Wir wollen sowohl das Angebot als auch den Personenkreis, der kommt, ausweiten“, sagt die Sozialreferentin. Manche Kreise in der Begegnungsstätte seien schon seit Jahren zusammen und organisierten sich selbst, da täten sich neue Besucher womöglich nicht leicht.

Keine Scheu vor erstem Schritt

Um Neulingen – und zwar nicht nur Senioren - die Scheu vor dem ersten Schritt zu nehmen, gibt es deshalb seit Juli an Donnerstagen 14-tägig (gerade Kalenderwochen) von 14 bis 16 Uhr einen offenen Treff, eine Art Stammtisch in der Bürgerbegegnungsstätte, zu dem jeder kommen kann, wann und solange er oder sie will, um sich ungezwungen zu unterhalten oder vielleicht ein Brett- oder Würfelspiel auszuprobieren. Neu ab 19. September: Jeweils am dritten Donnerstag im Monat laden die Bindlacher Wirtshausmusikanten in die Begegnungsstätte zum Mitsingen ein. Menschen, die schon jetzt isoliert leben, will Nürnberger über präventive Hausbesuche, gerontopsychiatrischen Fachdienst, Sozialstationen, Jaz und Alltagsbegleiter erreichen.

Soziale Kontakte sind der Schlüssel für die Teilhabe älterer Menschen am Gemeinschaftsleben, sagt sie. Dafür gebe es schon jetzt viele Angebote auch in Bayreuther Stadtteilen, doch oft seien diese wenig bekannt. Die neue Seniorenbeauftragte ist unter anderem angetreten, um das zu ändern.

Info: Brigitte Nürnberger ist zu erreichen unter Telefon 0921/251604. Das Bürgerbegegnungszentrum Am Sendelbach 1 – 3 ist Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

 

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