Neue Messe in Bayreuth JobValley begeistert Schüler auf Ausbildungssuche

Minou Heller

Jubel und Freudentränen: Victoria Haselhoff (16) gewann bei der ersten JobValley ihren Führerschein – nicht nur für die Siegerin eine gelungene Premiere der beiden Veranstalter „Nordbayerischer Kurier“ und Radio Mainwelle.

Die Räume der ehemaligen Webatex-Hallen verwandelten sich an diesem Samstag in eine Jobmesse – nicht klassisch in großen Hallen mit grellem Licht, sondern „kleiner und gemütlicher“, laut Andreas Heinkel, Geschäftsführer der Verlagsgruppe HCSB. Die Atmosphäre ist locker. Paletten unterteilen die Halle in verschiedene Bereiche – das passt perfekt zum industriellen Charme des Gebäudes. Mit der Job Valley wolle man „richtig Bock auf neue Berufe“ machen, so Heinkel.

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Offiziell eröffnet wurde die Veranstaltung von Heinkel gemeinsam mit Bernd Rasser von Radio Mainwelle. Beide betonten, dass die Job Valley „optisch gut gelungen“ sei. Die Atmosphäre sei „heimelig, rustikal, gemütlich – ein ganz neuer Charakter“. Heinkel zeigte sich sehr zufrieden: „Ich finde es schön und wirklich gut gelungen.“

„Kleiner und schöner“

Rund 20 Aussteller waren bei der Premiere dabei. Es ging um Jobs und Ausbildungsplätze – von Medien über Handwerk, Auto, Bau bis Gesundheit war alles vertreten. Das Publikum war gemischt: von Schülern ab der 9. Klasse bis zu Erwachsenen, die sich neu orientieren wollten. Vor allem am Nachmittag zeigte der Besucherstrom: Die moderne Jobmesse kam an, die Webatex war voll.

Auch die Standbetreiber zeigten sich von dem Konzept überzeugt. „Hier wollen sich die Menschen eher informieren, und es ist nicht so überfüllt – man ist eher ein bisschen für sich“, sagt Martina Fischer von Auto Scholz. Jonas Voit von Frenzelit ergänzt: „Es ist echt schön aufgebaut. Aber der Tag ist problematisch. Wir sind auch in der Oberfrankenhalle“, die viel größer sei und wo sich die Massen tummelten. „Trotzdem hat das hier echt Potenzial – es ist kleiner und schöner.“

Doppelte Belegung war Thema

Die doppelte Belegung des Tages war ein heißes Thema unter den Ausstellern. Viele versuchen, auf möglichst vielen Veranstaltungen präsent zu sein. Doch nicht jedes Unternehmen kann es sich leisten, parallel auf zwei Messen vertreten zu sein. Fazit fast aller Aussteller: gutes Konzept, aber ein unglücklicher Tag. André Riedel, Eventmanager beim Nordbayerischen Kurier, zeigte sich hochzufrieden: „Wenn unsere Aussteller es sind, sind wir es auch“, sagte er.

Zwischendurch war auch Bernd Rasser immer wieder in der Halle unterwegs. Mit Mikro in der Hand sprach er direkt an den Ständen mit Ausstellern und Besuchern, holte Eindrücke ein und sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Für einen besonderen Blickfang sorgte Somayeh Zahiri (45) gleich zu Beginn. Sie war allerdings nicht gekommen, um Auszubildende zu suchen, sondern als Caterer. Die Konditorin hat sich auf die „amerikanische Richtung“ spezialisiert. In ihrem Laden in der Friedrich-Ebert-Straße sucht man klassische Backwaren vergeblich. Stattdessen gibt es Cupcakes, Cheesecake und vor allem große, mehrstöckige – also richtig aufwändige – Torten. Bis zu 900 Euro kostet eine vierstöckige Torte mit kunstvollen Verzierungen. „Zwei Tage Arbeit, oder schon mal so 20 bis 24 Stunden, stecken in so einer Torte“, erklärt Zahiri. Die reicht dann allerdings auch für 120 Personen. Für sie war die Job Valley die erste Jobmesse – sonst ist sie vor allem auf Hochzeitsmessen unterwegs.

Höhepunkt der Veranstaltung

Die Webatex-Hallen boten genug Platz, um in Ruhe Gespräche zu führen oder sich alles genau anzuschauen – was auch die Aussteller sehr lobten. Doch ab 15 Uhr füllten sich die vier Räume deutlich – wohl auch, weil der Höhepunkt der Veranstaltung nahte: die Verlosung eines Führerscheins.

Um Punkt 16 Uhr war es so weit: Zusammen mit der Fahrschule Faust wurden drei Preise vergeben. Platz drei ging – nach einigen Startschwierigkeiten (viele Ausgeloste waren nicht mehr vor Ort) – an die 16-jährige Amina Schuster. Sie erhielt ein Guthaben von 250 Euro für den Führerschein. Julia Kreuzer (16) gewann den zweiten Preis: stolze 750 Euro Guthaben.

„Einen ganzen Führerschein, egal wie lang es dauert“, verkündete Susann Wetzel, Inhaberin der Fahrschule – er ging an Victoria Haselhoff (16) aus Bayreuth. Sie hatte das große Los gezogen. Innerhalb von Sekunden nach dem Jubel schossen ihr die Tränen in die Augen. Auch ihre Mutter strahlte im Publikum übers ganze Gesicht – auch sie den Tränen nahe.

Ausgelost wurden die Gewinner von einem ganz besonderen Helfer: dem fünfjährigen Sohn der Fahrschulinhaberin. Immer wieder kletterte er in ein Auto und holte dort zerknüllte Zettel heraus – einen nach dem anderen. Teilnahmebedingungen waren ein Mindestalter von 15 Jahren und die Anwesenheit bei der Verlosung.