Neue Maisel-Brauerei Firmenchef kann Anwohner nicht überzeugen

Die Brauerei Maisel wird sich schwer tun, unter den Bewohnern von Oberobsang Befürworter für ihren Brauereineubau zu finden. Bei einem Treffen zwischen Firmenchef Jeff Maisel und der Bürgerinitiave gab es keine Annäherung.

Bei einem Ortstermin im Zuge der jüngsten Bauausschusssitzung verschafften sich Stadträte und Anwohner ein Bild von den Plänen der Brauerei Maisel für eine neue Brauereianlage nahe Oberobsang, Foto: /Archiv/Eric Waha

Bayreuth - Die Bürgerinitiative (BI) bleibt dabei: Sie lehnt den Bau einer Brauereianlage durch die Firma Maisel neben dem Wohngebiet Oberobsang auch weiterhin ab. Daran hätten auch die Informationen und Argumente von Brauereichef Jeff Maisel nichts ändern können, der sich am Donnerstagabend mit rund 35 Mitgliedern der Bürgerinitiative in der Gaststätte Moosing getroffen hatte, sagt BI-Sprecher Hubert Koths. Jeff Maisel teilt auf Nachfrage des Kuriers mit, es sei „ein gutes Gespräch“ gewesen. Er habe „vollstes Verständnis für die Sorgen der Anwohner“.

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Als eine „sehr spannende Sitzung“, die sehr sachlich verlaufen sei, bezeichnet Koths das Treffen mit dem Firmenchef. Dieser habe – nach seinen Ausführungen in der Bauausschusssitzung – noch einmal die Chance genutzt, das Projekt Brauerei-Neubau vorzustellen. Überzeugen habe er die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht können, auch wenn er geduldig die vielen Fragen der Teilnehmer beantwortet habe. Denn noch immer blieben viele Fragen nicht beantwortet, sagt Koths.

Besonders verwundert sei man in der Bürgerinitiative über die zwischenzeitlich bekannt gewordene Erweiterungsoption des jährlichen Bierausstoßes von ursprünglich 500.000 Hektoliter auf nun eine Million Hektoliter. Das sei nicht nur eine Verdoppelung der Kapazität, sagt Koths. Sondern bedeute auch eine höhere Emissionsbelastung und noch mehr Verkehrslärm. Auch die Größe der Baukörper werde wohl voluminöser ausfallen als es die abstrakte Darstellung bisher vermuten ließe. „Oberobsang wird von dieser Industrieanlage geradezu erschlagen werden“, sei die Meinung vieler Bewohner, sagt Koths.

Nicht geklärt sei auch die Frage der Verkehrserschließung. Diese solle ausschließlich über die Bundesstraße B85 erfolgen, habe Maisel betont. Das Wohngebiet werde verkehrstechnisch nicht belastet. Er sehe das anders, sagt Koths. Besonders während der Bauphase, die mindestens zwei Jahre dauern werde, sei es nicht auszuschließen, dass Baufahrzeuge auch durch das Wohngebiet fahren müssen. Allein für das Entfernen des Aushubs, habe er ausgerechnet, würden 6500 Lastwagen--Ladungen notwendig. Überhaupt befürchte er „riesige Auswirkungen für Oberobsang“ während der Bauphase.

Aufseiten der Stadt, aber auch bei Maisel, scheine die Festlegung auf die Fläche zwischen Bundesstraße und Oberobsang unumkehrbar. Die Stadt überlasse Maisel einfach die gesamte Planung, halte sich ansonsten aber zurück, sagt Koths. „Wir haben Maisel gebeten, doch noch mal Verhandlungen über jenes Grundstück zu führen, auf dem die Firma XXXLutz bauen will.“ Maisel habe betont, an der Fläche interessiert zu sein. Jetzt gebe es aber keinen Plan B mehr. Die Brauerei halte an Oberobsang fest. Auch Pegnitz komme als Standort nicht in Frage.

„Wir sind nicht weiter gekommen“, lautet das Fazit von Koths. Es gebe keinen Fortschritt gegenüber dem Stand vom September vergangenen Jahres. Daran ändere auch das Gutachten eines Biologen nichts, dessen Kompetenz man anzweifle.

Wenn man Kritik übe, dann nicht gegenüber der Brauerei Maisel. Es gebe keine persönlichen Animositäten gegenüber dem Firmenchef. Der sei schließlich Unternehmer. Aber gegenüber der Stadt und den Stadträten gebe es Grund für Kritik. Kritik dafür, dass sie den Aspekt der Lebensqualität im Zuge der Diskussion um die Stadtentwicklung gänzlich ausblenden würden. Ob Oberobsang, Seulbitz oder andere Projekte – hier würden Entscheidungen getroffen, die nicht die nächsten Jahre prägen, sondern die nächsten 50 bis 100 Jahre, betont der BI-Sprecher. Die Folgekosten für Umwelt und Gesellschaft spielten keine Rolle. Koths: „Wir fühlen uns von der Stadt, die keine vernünftige Stadtentwicklung betreibt, im Stich gelassen.“

Brauereichef Jeff Maisel schreibt in seiner schriftlichen Stellungnahme, man habe sein Versprechen gehalten und sich mit den Anwohnern getroffen, um die Pläne noch einmal in Ruhe und im Detail zu zeigen. Er wünsche sich im Gegenzug auch Verständnis von Seiten der Anwohner, dass es keinen Plan B gebe und nur dieses Grundstück für den Bau eines Bayreuther Brauhauses zur Verfügung stehe. Maisel weiter: „Anhand der Pläne mit grünem Dach, Streuobstwiese etc. sieht man nun, dass mein Versprechen keine leere Worthülse war, aus dem Gelände das Bestmögliche zu machen. Ich stehe zu meinem Wort, denn der Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem ist uns unheimlich wichtig.“ Er habe offen und ehrlich alle Fragen beantwortet. Sobald es weitere Planungen oder Fragen gebe, werde er die Anwohner selbstverständlich weiterhin auf dem Laufenden halten. Maisel: „Ein guter und offener Austausch ist uns wichtig.“