Neue Koordinatorin Hospizverein sucht Ehrenamtliche

Antje Fischer koordiniert seit Juli die Einsätze der ehrenamtlichen Hospizbegleiter in Stadt und Landkreis Bayreuth. Foto: /Peter Rauscher

Groß ist im Raum Bayreuth die Nachfrage nach Menschen, die schwer kranke und sterbende Menschen und ihre Familien begleiten. Der Hospizverein mit einer neuen Koordinatorin an der Spitze bildet Ehrenamtliche dafür aus.

Trotz der vielen Gedenktage im November: Mit dem Thema Leiden und Sterben werden die meisten Menschen nicht gern konfrontiert. Mehr als 70 ehrenamtliche Hospizbegleiter des Hospizvereins in Bayreuth Stadt und Land schauen nicht weg, sondern sind für schwer kranke und sterbende Menschen da. Aber es sollten noch mehr sein, findet Antje Fischer, die neue Koordinatorin des Hospizvereins Bayreuth.

Freundinnen beim Sterben beigestanden

Antje Fischer hat am eigenen Leib erlebt, wie wichtig diese Arbeit ist. Zwei Freundinnen hat sie beim Sterben begleitet. Die Erlebnisse und Eindrücke weckten in ihr den Wunsch, mehr über das Thema zu erfahren. Was kann man für sterbende Menschen tun, wenn man mehr als nur für sie dasein will, wollte sie wissen. Die Rechtsfachwirtin bildete sich weiter, absolvierte Kurse in Hospizbegleitung, -koordination und Palliative Care. Vor rund zehn Jahren begann sie, in der Hospizkoordination im Großraum Stuttgart zu arbeiten. Jetzt kehrte sie in ihre Geburtsstadt Bayreuth zurück und koordiniert seit Juli das Team beim Hospizverein.

Hospizbegleiter schenken Zeit

„Ich glaube, dass die Zukunft für die Hospizarbeit große Veränderungen mit sich bringen wird“, sagt Fischer. „Unser Stellenwert wird sich verschieben und der Zeitfaktor wird wichtiger. Unsere ehrenamtlichen Hospizbegleiter haben Zeit und schenken Zeit.“ Das verschaffe sterbenden Menschen und ihren Angehörigen ein großes Stück Lebensqualität, weil es den Raum und die Zeit für Gespräche eröffne.

Die Nachfrage ist groß

„Wir wünschen uns mehr ehrenamtliche Hospizbegleiter“, sagt Fischer. Die Nachfrage beim Hospizverein Bayreuth nach Begleitung bei schwerer Krankheit oder Sterben sei groß. „Bislang können wir gut die Nachfrage befriedigen.“ Zunehmend gebe es aber auch Anfragen von Angehörigen, die für ihre Lieben keine Pflegekraft mehr finden und sich deshalb in ihrer Verzweiflung an den Hospizverein wenden, obwohl sie eigentlich eine Pflegekraft suchten. Pflege kranker und alter Menschen aber könnten und dürften ehrenamtliche Hospizbegleiter aber nicht leisten. Die Hospizmitarbeiter, deren Einsätze sie koordiniert, sind Begleiter und Berater auf dem letzten Weg.

Schulung startet im Januar

Sie hofft auf viele Anmeldungen zur Schulung für neue Hospizbegleiter, die am 10. Januar in Bayreuth startet. Die Schulung umfasst 100 Unterrichtseinheiten und am Ende ein Praktikum. Vermittelt werden Wissen über Sterbe- und Trauerprozesse und medizinisches Wissen zu bestimmten Krankheitsbildern. Zudem gibt es praktische Anleitung etwa zum Umgang mit Rollstuhl und Pflegebett. Den Teilnehmern ist freigestellt, ob sie sich am Ende für die Mitarbeit im Hospizverein entscheiden.

Das tun Hospizbegleiter

Hospizbegleiter besuchen ihre Klienten zuhause, im Pflegeheim im Krankenhaus oder im Albert-Schweitzer-Hospiz. Sie entlasten das soziale Umfeld durch Gespräche, Vorlesen oder auch einfach nur durchs Da-Sein. Die Tätigkeit ist rein ehrenamtlich, Fahrkosten werden erstattet. Interessenten wenden sich an das Hospizbüro, Telefon 0921/1505292, Mail: kontakt@hospizverein-bayreuth.de

Info: Ein Basarstand des Hospizvereins steht am Samstag, 26. November, von 10 bis 15 Uhr am TUI-Reisecenter. Am Sonntag, 27. November, gibt es von 14 bis 18 Uhr einen Herbst- und Weihnachtsbasar in der Ordenskirche St. Georgen. Um 17 Uhr findet dort eine Konzertlesung mit vorweihnachtlicher Musik, Texten und Gedichten über die Sehnsucht nach Gott statt. Der Eintritt ist frei, Spenden zu Gunsten der Hospizarbeit in Bayreuth sind willkommen.

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