„Wir wollen das Auto zum Erlebnis machen“, sagt Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose-Gruppe. Für ihn steht fest: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch, automatisiert, digital und vernetzt.

Geschäft schwächelt im Vergleich zu 2018

Die neuen Systemideen des Familienunternehmens drehen sich um den sicheren und komfortablen Fahrzeugzugang sowie um den flexiblen Innenraum. „Wir sind derzeit die Einzigen, die für beide Bereiche Lösungen aus einer Hand liefern können“, sagt Sauernheimer und hebt die hohe Innovationskraft hervor. Bei den Autoherstellern stoße man mit den Entwicklungen auf großes Interesse. Gleiches gelte auch für E-Bikes – ein Segment, bei dem sich Brose auf der IAA erstmals als Systemanbieter für E-Motor, Akku und Tacho vorstellt.

Gleichwohl stellt Sauernheimer klar, dass Brose wegen der Absatzschwäche der Autobauer „nicht zufriedenstellend“ in das aktuelle Geschäftsjahr gestartet sei: „Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2018 hat sich unser Geschäft beim Umsatz um fünf Prozent wie auch beim Ergebnis deutlich verschlechtert.“ Auch im nächsten Jahr gehe er nicht von einer Erholung der Konjunktur aus. „Trotz der Stagnation rechnen wir mit einem Wachstum von rund fünf Prozent gegenüber 2019“, sagt Sauernheimer. Seinen Optimismus begründet er mit Kostensenkungen, wachsenden Marktanteilen und neuen Produkten.

Unternehmen trotzdem stabil

Wachstumstreiber seien ein elektrischer Kältemittelverdichter für einen deutschen Premiumkunden sowie eine elektrisch verstellbare dritte Sitzreihe. „Wir sind ein stabiles Unternehmen. Ich bin zuversichtlich, dass wir das gute Ende erwischen“, sagt Sauernheimer und schließt – zumindest für das laufende Jahr – Kurzarbeit an den oberfränkischen Standorten Coburg, Hallstadt und Bamberg aus, wenn sich die weltpolitische Lage nicht gravierend verändere.

Obwohl Geschäft und Erlöse hinter den Erwartungen bleiben, will Brose in den nächsten drei Jahren 1,5 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Produkte, technischer Anlagen und den weltweiten Ausbau von Standorten investieren. Unter anderem entsteht ein neues Werk in Serbien, das 2024 mit 1000 Mitarbeitern in Betrieb gehen soll. Aktuell fließen laut Sauernheimer rund 200 Millionen Euro in die deutschen Standorte. Zudem will der Zulieferer Kooperationen forcieren, um „Kompetenzen von Firmen zusammenzuführen und um uns für neue Entwicklungen die Kosten und Risiken zu teilen“.