Neudrossenfelder laufen Musik hinterher

Von Herbert Steininger

Ein Fünftel der Saison ist bereits gespielt – und der enorm verstärkte TSV Neudrossenfeld läuft in der Landesliga Nordost der Musik immer noch hinterher. Als Tabellenneunter hat das Team von Trainer Werner Thomas mit neun Zählern aus sieben Spielen gerade einmal die Hälfte der Spitzenmannschaften Baiersdorfer SV und SG Quelle Fürth, gegen die man am vergangenen Samstag nach einer 2:0-Führung noch 2:4 den Kürzeren zog, auf dem Konto. Zufriedenheit sieht anders aus, vor allem beim TSV-Vorsitzenden Gerald Weinrich.

So ganz gefällt dem Vorsitzenden des TSV Neudrossenfeld, Gerald Weinrich, der bisherige Saisonverlauf noch nicht. Foto: Peter Mularczyk Foto: red

„Eigentlich wollten wir, auf einer starken Abwehr aufbauend, eine gute Saison spielen“, sagt der Ex-Profi der SpVgg Bayreuth. Obwohl die Grün-Weißen mit den Routiniers Florian Ascherl und Daniel Gareis die Regionalliga-erfahrene Innenverteidigung der SpVgg Oberfranken Bayreuth unter Vertrag nahmen, stellt sich nun erstaunlicherweise die Deckungsreihe als der Schwachpunkt dar. Gegen die Fürther kassierte die Thomas-Truppe schon zum dritten Mal in dieser Spielzeit vier Gegentreffer, mit bereits deren 15 stellen die Neudrossenfelder die drittschwächste Abwehr der Liga. Gibt es dafür eine Erklärung? „Wir hatten urlaubsbedingte Ausfälle, Rotsperren und Verletzungen“, unternimmt Weinrich den Versuch einer Ursachenforschung. Zuletzt musste gar Neuzugang Jan Buskies auf der Außenverteidiger-Position spielen. „Da war er in seinem ganzen Leben noch nicht im Einsatz.“

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Es fehle, sagt Weinrich, trotz aller Routine insgesamt an der Stabilität. Und nun kommt ein personeller Rückschlag hinzu: Mit dem 29-jährigen Frank Zapf, der aus seiner Zeit beim VfL Frohnlach ebenfalls Regionalliga-Erfahrung mitbringt, steht eine Stammkraft im Abwehrverbund für die nächste Zeit aus privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung. „Interessant ist, dass wir im Vergleich zu früheren Spielzeiten in der Offensive endlich einmal ungewöhnlich stark auftreten“, freut sich der Vorsitzende. Besonders ins Auge fällt da die Entwicklung des eigentlichen Mittelfeldspielers Sebastian Lattermann, der mit bereits sieben Einschüssen die Hälfte aller TSV-Treffer markierte. „Wir schießen zwar unsere Tore, kriegen aber zu viele eingeschenkt. Das müssen wir dringend analysieren“, klagt der gelernte Abwehrspieler Weinrich.

Trainer Thomas steht nicht zur Disposition

Was sich der mittlerweile 50-Jährige überhaupt nicht erklären kann, ist der Umstand, dass das Team nach einem Gegentor förmlich einbricht. „Da zeigen wir einfach zu viele Nerven – und individuelle Fehler kommen noch hinzu. Dafür freilich kann kein Trainer der Welt etwas.“ Apropos Trainer: Werner Thomas steht, entgegen allen anderslautenden Gerüchten, nicht zur Disposition. „Werner und sein Co-Trainer Sebastian Brand haben bislang hervorragende Arbeit abgeliefert, wobei Brand viel von seinem Sportstudium hat einfließen lassen.Wir sind da absolut auf dem richtigen Weg“, stärkt Weinrich dem Duo den Rücken.

Das allerdings zusammen mit dem Team aber langsam einmal liefern muss: „Unser Ziel war es eigentlich, in Tuchfühlung zum Vorderfeld zu bleiben und uns in der Landesliga zu etablieren. Davon sind wir aber wenigstens sechs Punkte entfernt“, setzt Weinrich Mannschaft und Coaches vor dem kommenden Gastspiel am Sonntag beim ASV Vach leicht unter Druck. Was den Vorsitzenden ärgert: „Wir haben bislang nur gegen Vereine gewonnen, die in der Tabelle hinter uns stehen. Da frage ich mich schon, ob wir wirklich das Niveau einer Spitzenmannschaft haben. Vielleicht haben wir uns da selbst überbewertet.“