Eine Sanierung des Schwimmbades sei nicht mehr machbar. „Die baulichen und technische Anlagen sind 45 Jahre alt, abgewirtschaftet und erfüllen nicht mehr die Normen“, sagte Kelm. Werde ein Defekt behoben, sei es wahrscheinlich, dass wenig später ein anderes Problem auftrete. So wie 2019.

Joachim Oppold, Pressesprecher der Stadt, beschreibt auf Kurier-Anfrage eine lange Problemliste, die zur Schließung des bei den Gästen beliebten Bades führte. Ende Juni gab es einen Rohrbruch in einem Technikraum, der zweieinhalb Meter hoch unter Wasser stand. Die Chlorpumpe sei beschädigt und die Elektrik in Mitleidenschaft gezogen worden. „Bei der Reparatur wurde ein Wasserverlust von 30 Kubikmetern Wasser pro Tag bemerkt.“

Unendliche Geschichte an Reparaturen

Die Dehnfuge im großen Becken wurde erneuert und ausgebrochene Fliesen am Beckenrand wurden repariert. Am 7. Juli eröffnete das Bad wieder. Einen Tag später war die Chlor-Messstelle defekt. Sie wurde repariert. Dann quittierte die Umwälzpumpe den Dienst – der Technikraum stand erneut unter Wasser. Ende August wurde bemerkt, dass täglich 35 Kubikmeter Wasser verschwanden. Das Altstadtbad wurde für die Saison 2019 geschlossen.

Eigentlich, so zunächst die einhellige Meinung im Haupt- und Finanzausschuss, sollte das kein Dauerzustand werden. „Das Bad muss erhalten und saniert werden“, sagte Oberbürgermeisterin Brigitter Merk-Erbe (BG). Für die Altstadt sei das einfache und kostenlos nutzbare Schwimmbad mit ein wichtiger Freizeitfaktor.

Die Fraktion Junges Bayreuth hatte beantragt, Geld zur Sanierung in den Haushalt 2020 einzustellen. Um dessen Vorberatung ging es in der Sitzung eigentlich. Die Zeichen standen auf Zustimmung, als SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Bauske fragte, was die Konsequenz aus einem Jahr sei, in dem das Bad so gut wie nie offen war.

Kelm lässt die Bombe platzen

Dann platzte die Bombe. „Wir müssen große Teile abbrechen und einen Neubau machen“, sagte die Stadtbaureferentin. Seit Oktober, so Kelm auf erneute Bauske-Nachfrage, gebe es die Machbarkeitsstudie. Vor 2023 könne aber nichts geschehen. Das Bauamt habe keine Ressourcen frei.

„Kann man wenigstens Planschbecken und Liegewiese nutzen?“, fragte OB Merk-Erbe. Kelm versprach, zu prüfen. „Das ist ein Brett“, kommentierte Süß die Entwicklung. Ob es mit dem Bad weitergeht, beraten nun die Fachausschüsse des Statdrats neu. Darauf einigte man sich einstimmig.