Die eigentliche Entdeckung des Films ist Le Berre. Der junge Schauspieler verleiht Adam eine bemerkenswerte Präsenz. Sein Charakter ist kein sympathischer Rebell, sondern zunächst ein wütender, aggressiver und verletzter Jugendlicher, der jede Form von Autorität ablehnt.
Vom rauen Landwirt bis zu rappenden Klosterbrüdern
Samuell erfindet das spirituelle Roadmovie nicht neu. Die Handlung folgt vertrauten Mustern, viele Entwicklungen sind vorhersehbar, doch einzelne Begegnungen setzen irritierende Akzente – etwa der raue Landwirt, die junge Frau mit Beinprothese und die rappenden Klosterbrüder. Sie durchbrechen das Schema des Erwartbaren und verleihen dem Film eine gewisse Leichtigkeit.
"Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg" reiht sich in Samuells bisherige Filme ein, die sich wiederkehrend mit Identitätssuche und Reifungsprozessen beschäftigen. Auch visuell bleibt der Regisseur seinem Stil treu, der die innere Reise der Figuren in eindrucksvolle, oft harmonisierte Bilder übersetzt.