Nepalhilfe-Verein Kulmbach: "Wir erreichen unsere einheimischen Freunde nicht" Bayreuth und die Region bestürzt über das Erdbeben im Himalaya

Von Heike Hampl

Die Zahl der Toten steigt immer noch: Tausende Menschen sind bei einem Erdbeben im Himalaya umgekommen. Auch in Bayreuth und der Region löst die Naturkatastrophe Bestürzung und Betroffenheit aus.

Der Verein Nepalhilfe aus Kulmbach unterstützt ein Krankenhaus in Bhaktapur. Dort werden derzeit Opfer der Naturkatastrophe behandelt. Bereits 42 Opfer sind dort gestorben. Das Foto zeigt die aktuelle Situation beim Krankenhaus. Foto: Nepalhilfe Kulmbach e.V. Foto: red

Joachim Fend, Vorsitzender der Bayreuther Sektion des Deutschen Alpenvereins, hat erst am Samstag eine Reise nach Nepal gebucht, geplant für diesen Oktober. „Ich bin erschrocken und sprachlos", sagt er zu den Nachrichten aus dem Katastrophengebiet, die sich derzeit überschlagen. Ob er seine Reise antreten wird, wisse er noch nicht. "Ich will bestimmt kein Katastrophen-Tourist sein", sagt er. Er werde die kommenden Wochen abwarten, sehen, wie sich die Situation entwickelt und dann erst entscheiden. Fend wollte gemeinsam mit einer Gruppe aus Alpenvereins-Mitgliedern unter anderem nach Kathmandu, Nepals Hauptstadt, reisen. Große Teile der Stadt sind zerstört.

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Die Mitglieder des Vereins Nepalhilfe in Kulmbach sind bestürzt. Sie haben im Katastrophengebiet zwei Schulen aufgebaut, haben 110 Patenfamilien in Nepal. "Telefone und das Internet sind tot. Wir wissen kaum, wie es unseren Freunden geht", sagt die stellvertretende Vorsitzende Sonja Promeuschel hörbar betroffen.

Das Krankenhaus in Bhaktapur, das der Verein unterstützt, steht unter Hochdruck, sagt Promeuschel. Dort würden derzeit 600 Menschen behandelt, 42 Patienten seien bereits verstorben, weil sie so schwer verletzt gewesen sind.

Eine der beiden Schulen des Vereins steht direkt in Kathmandu. Sie sei dennoch nur leicht beschädigt. "Es hat sich bezahlt gemacht, dass die Schulen erdbebensicher gebaut worden sind", sagt Johann Hunger. Der Mediziner ist einer der Gesundheitsbeauftragten des Vereins. Dennoch: "In der Region ist das Leid gerade unglaublich groß", sagt Hunger. Es fehle an Räumgerät und bald auch an Lebensmitteln.

Der Verein Nepalhilfe will versuchen, vor Ort zu helfen. "Nicht nur dem Krankenhaus, sondern auch den Schulkindern und deren Familien", sagt Hunger. Der Verein bittet deswegen um Spenden. "Wir werden auf jeden Fall Geld ohne Ende brauchen, um zu helfen", sagt Hunger.

Bislang aber fehle noch der Überblick. Den könne man sich erst verschaffen, wenn die Infrastruktur wieder ansatzweise funktioniert.