Doch die Heimatgeschichte hat nicht nur Schönes und Gutes zu bieten, es gibt auch dunkle Seiten. Und auch die sollten nicht verschwiegen werden. Ein Heimatverein wäre hier in der Pflicht, zumal er sich ja mit Geschichte beschäftigt. Aber dabei geht es um die „schöne“ Heimat wie den typischen Schiefer oder den bekannten Naturforscher Alexander von Humboldt.

Die schlimme Nazizeit will der Hauptvorsitzende Dieter Frank am liebsten ausblenden. Einem Hobbyhistoriker, der einen Beitrag über die Verbrechen kurz vor Kriegsende 1945 angeboten hatte, beschied Frank, die Vereinsführung möchte es dem Frankenwald „ersparen, unnötigerweise in ein schlechtes Licht gerückt zu werden“.

Fakt ist, dass mindestens drei brutale Todesmärsche durch die Region geführt haben und mindestens 65 Menschen den Euthanasie-Morden der Nazis zum Opfer fielen. Der gebürtige Frankenwälder Horst Mohr hat dies in Archiven und Gedenkstätten recherchiert.

Warum Hauptvorsitzender Frank so ablehnend reagiert, ist nicht nachzuvollziehen. Mit seiner Argumentation rückt er die Arbeit des renommierten Vereins in ein schiefes Licht.

peter.engelbrecht@nordbayerischer-kurier.de