Naturschützer vereinbaren Zusammenarbeit Gemeinsam für eine saubere Umwelt

Gertraud Burger und Thomas Knauber, die Vorsitzenden der BN-Ortsgruppen Auerbach und Pegnitz, wollen die Zusammenarbeit forcieren und auch enger mit den Ortsgruppen aus dem benachbarten Mittelfranken ausbauen. Das Foto entstand unterhalb des Kanoniers von Weidlwang. Foto: Udo Fürst

Die Bund Naturschutz-Ortsgruppen Auerbach und Pegnitz wollen mehrere Projekte anstoßen.

Auerbach/Pegnitz - Die Zusammenarbeit forcieren und optimieren, um gemeinsam die Ziele des Natur- und Umweltschutzes besser verfolgen und durchsetzen zu können – das wollen die Bund Naturschutz (BN)-Ortsgruppen Auerbach und Pegnitz. Aus diesem Grund haben sich die beiden Vorsitzenden Gertraud Burger (Auerbach) und Thomas Knauber sozusagen zu einer bezirksübergreifenden Interessengemeinschaft zusammengetan.

Beide Ortsgruppen teilen das Schicksal mit dem vieler anderer Vereine: es mangelt an Nachwuchs. So ist es eine der vordringlichsten Aufgaben, junge Menschen für den Naturschutz zu gewinnen. „Es interessierten sich zwar immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene für die Umwelt, aber in einem Verein mitarbeiten wollen viele nicht“, weiß Knauber. Das wollen er und Gertraud Burger mit einer Doppelstrategie ändern: Einerseits junge Leute in ihren Städten gewinnen, andererseits aber auch den Blick auf das benachbarte Mittelfranken richten, wo es einige BN-Ortsgruppen mit Potenzial, sprich Nachwuchs, gebe. Eine konstruktive Zusammenarbeit könne man sich zum Beispiel mit den Naturschützern in Röthenbach und Hersbruck vorstellen.

Thomas Knauber sprang ein

Während sich die Auerbacher Ortsgruppe erst im November vergangenen Jahres gründete und noch relativ wenig Mitglieder hat, gibt es den BN in Pegnitz schon weitaus länger und er zählt immerhin 175 – wenn auch meist passive – Mitglieder. Ohne Thomas Knauber aber gäbe es die Ortsgruppe wohl nicht mehr: als sie sich vor Jahren aufzulösen drohte, sprang der Journalist im Unruhestand als Vorsitzender in die Bresche und fand in Ralf Richter einen engagierten Mitstreiter. Als zweiter Vorsitzender fungiert Bernhard Niemczyk.

Erst vor wenigen Wochen sprachen Burger und Knauber in einem ersten Zoommeeting über die Ziele der beiden BN-Ortsgruppen und mögliche Schnittmengen. „Da haben wir beschlossen, künftig enger zusammenzuarbeiten, weil wir dann in unseren Gebieten effektiver planen und handeln können“, erklärt die Auerbacher Vorsitzende. Eines der Themen sei der Wolf, über den in jüngster Zeit viel diskutiert worden sei. Burger: „Wir wollen aufklären, welche Funktion der Wolf für unsere Lebenswelt hat und warum er deswegen auch nach EU-Recht geschützt ist, warum eine Rückkehr dieser Tiere sehr zu begrüßen ist und wie der Mensch lernen kann, in guter Nachbarschaft mit dem Wolf zu leben, ohne Angst haben zu müssen. Wir Menschen profitieren ja von der Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume.“

Man lebe schließlich nicht mehr in einem Zeitalter, um auf die Jagd als Nahrungsquelle angewiesen zu sein. Der Wolf stelle keine Gefahr für unsere Kultur dar, sondern er sei in unseren Breiten auf natürliche Weise beheimatet und sollte sich in unsere Lebenswelt integrieren lassen. „Wo der Wolf wieder standorttreu wird, kann sich der Mensch unter anderem mit der Zeit aus der Jagd zurückziehen und sich um andere Dinge kümmern, weil der Wolf den Schutz vor zu großem Wildverbiss übernimmt und er die schwachen Tiere instinktiv erkennt.“ Wichtig sei allerdings, dass Nutztiere konsequent geschützt werden.

Konkrete Aktionen für dieses Jahr sind auch schon vorgesehen. So ist im April eine Baumpflanzaktion im Veldensteiner Forst und ein „Tag der offenen Naturgartentür“ im Juni geplant. Zuvor, im März, heißt es dann wieder „Kröten tragen“. Unter der Leitung von Ralf Richter sollen dann wieder Hunderte dieser Tiere über verschiedene Straßen getragen werden. Besonders das Bäume pflanzen liegt Knauber am Herzen. Die Idee dafür kam ihm durch das Beispiel Christbaumsammlung zugunsten des Gnadenhofs für Tiere. Ein 17 Jahre alter Münchener pflanzt pro abgeholtem Baum einen neuen. „Allein in Pegnitz waren das heuer 130 Stück – also wollen wir 130 neue Bäume pflanzen“, sagt Knauber.

Ein ganz anderes, aber sehr aktuelles Thema brennt unterdessen Gertraud Burger unter den Nägeln. Der Bau eines Wohnparks in der Auerbacher Adolf-Kolping-Straße (wir berichteten). Die vierfache Mutter spricht sich klar gegen das Projekt aus, über das es am 14. März auch einen Bürgerentscheid geben wird. Sie bevorzuge zunächst Mal die Beseitigung von Leerständen, die es in der Stadt genügend gebe, bevor man eine wertvolle Grünfläche versiegele. Die betroffene Grünfläche könne viel wertvoller gestaltet werden: mit Schatten spendenden Bäumen und Büschen sowie Blumen als Erholungsraum für alle Bürger. Zusammen mit Spielgeräten für die Kinder und Ruhebänken könnte es ein wertvoller und öffentlicher Bereich werden. „Der Standort bietet sich besser für ein solches Konzept an als für eine Miet-Wohnanlage mit vielen Parkplätzen und mehr Verkehr an dieser Stelle“, betont Burger.

Die beiden BN-Ortsgruppen haben natürlich noch weitere Vorhaben und Ideen in petto. Ein „Begegnungspark“ am Pegnitzer Stadtgraben gehört ebenso dazu wie „Urban gardening“ (siehe auch Infokasten) und Nistkästen im Wiesweiherpark, die Pflege der Streuobstwiese in Horlach, Müll sammeln mit Schulklassen, ein Kindertag im Freien, Besuche bei Biobauern sowie Vorträge, Filme und Kräuterabende – „natürlich nur, wenn es wieder geht“, sagt Knauber. Nicht nachlassen mit Protesten werde man bei übermäßigem Hecken- und Baumschnitt und -fällungen und beim Kernwegenetzausbau, der laut BN überdimensioniert sei – ebenso wie der Wegeausbau von der Realschule in Richtung Hainbronn.

Was ist „Urbaner Gartenbau“?

Urbaner Gartenbau, auch Urban Gardening, ist die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld. Die nachhaltige Bewirtschaftung der gärtnerischen Kulturen, die umweltschonende Produktion und ein bewusster Konsum der landwirtschaftlichen Erzeugnisse stehen im Vordergrund. Städtischer Gartenbau gewinnt aufgrund des urbanen Bevölkerungswachstums bei gleichzeitiger Reduktion landwirtschaftlicher Anbauflächen als Folge des Klimawandels oder durch Flucht aus ländlichen Regionen in die Städte auch für die Armutsbekämpfung an Bedeutung.

 
 

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