Die Ausweitung der israelischen Offensive beschäftigt erneut auch den UN-Sicherheitsrat. Frankreich forderte eine Notfallsitzung in dem mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot warf Israel am Sonntag eine "immer tiefere Besetzung libanesischen Territoriums" vor. Viele Libanesen fürchten eine Rückkehr zum Szenario der 80er und 90er Jahre unter israelischer Besatzung.
USA mit neuer Initiative zur Waffenruhe
US-Außenminister Marco Rubio telefonierte laut einem Bericht der Website "Axios" mit Libanons Präsident Joseph Aoun und Ministerpräsident Nawaf Salam, um eine neue Initiative zur Waffenruhe voranzutreiben. Die US-Regierung will demnach erreichen, dass die Hisbollah die Angriffe gegen Israel einstellt. Das scheint derzeit aber ausgeschlossen, solange Israel seinerseits die Angriffe fortsetzt und mit Bodentruppen weiter im Land vorrückt.
Die Waffenruhe gilt formell zwischen Israel und dem Libanon. Vertreter beider Länder verhandeln seit einigen Wochen in Washington über Bedingungen für eine Entschärfung des Konflikts. Die Gespräche laufen auf politischer Ebene im US-Außenministerium und auf militärischer Ebene im Pentagon. Einen großen Durchbruch gab es dabei bisher aber nicht. Die Hisbollah nimmt an den Gesprächen nicht teil.
Geplanter Besuch von Ministerin Radovan abgebrochen
Auch ein für heute und morgen geplanter Besuch der deutschen Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan im Libanon wurde unterdessen kurzfristig aus Sicherheitsgründen abgebrochen. "Aufgrund laufender Bewertung der Entwicklungen der sich akut zuspitzenden Lage in Beirut wurde diese Entscheidung aus militärischen Gründen getroffen", teilte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit. Die Reise in die libanesische Hauptstadt Beirut sei während des Anflugs gestoppt worden, hieß es. Eigentlich wollte die SPD-Politikerin sich mit ihrem norwegischen Kollegen Åsmund Grøver vor Ort ein Bild von den Auswirkungen des Krieges machen.