Nächste Ehrenrunde Wahnfried-Klo: Verwaltung sitzt nach

Symbolfoto: Peter Gisder

BAYREUTH. Die Verwaltung sagt Nein. Der Bauausschuss sagt: Das muss trotzdem gehen. Und damit muss die öffentliche Toilette, die im Umfeld des Richard-Wagner-Museums entstehen soll, eine weitere Ehrenrunde drehen. Die zweite nach der Sitzung des Bauausschusses im Juni.

Die Stadtbaureferentin macht es kurz: Die Idee des Bauausschusses, das öffentliche Klo, das gerade als Angebot für Touristen gedacht sei, die mit dem Bus in die Richard-Wagner-Straße kommen, an die Rathstraße zu setzen, sei kaum durchführbar.

Auf dem Grundstück an der Ecke der Richard-Wagner- und der Rathstraße habe nicht nur das Archiv der Bernd- Mayer-Stiftung sein Domizil, dort sei auch der Kindergarten Spatzennest und schließlich sei dort das Depot des Stadtgartenamts mit insgesamt „fünf baurechtlich notwendigen“ Stellplätzen für Autos, die dort nachzuweisen seien.

Baute man dort ein WC, würden mindestens zwei Stellplätze wegfallen. Deshalb solle der Bauausschuss doch lieber dem Verwaltungsvorschlag folgen – und den Bau einer öffentlichen Toilette in der Wahnfriedstraße beschließen.

„Unbefriedigend“ nennt der CSU-Fraktionsvorsitzende Stefan Specht die Lösung, ein WC an der Rathstraße mit Eingang von der Rathstraße aus sei „zielführender“. Die Baureferentin verschweige, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Bauske, dass im Hof gegenüber des Bernd-Mayer-Archivs eine Fertiggarage stehe, die eine Trennung zum Kindergarten-Bereich darstelle.

Neue Toilette ein Politikum?

Und: „Auch die Stadt Bayreuth könnte ja eine Ablöse“ für die Parkplätze zahlen – oder Parkausweise für die Mitarbeiter des Stadtgartenamts in der Wahnfriedstraße ausgeben. Bauske erneuert die Kritik der Juni-Sitzung: In der Wahnfriedstraße könne es zu Konflikten mit radelnden Schülern kommen, die auf Touristen träfen, die aufs stille Örtchen wollten.

Politisch brisant wird das Zusammentreffen von Ernst-Rüdiger Kettel (BG) und dem FDP/DU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Hacker. Während sich Kettel dafür starkmacht, dass die Mitarbeiter des Stadtgartenamts ihr Depot und ihre Parkplätze behalten dürfen, „weil das Stadtgartenamt sehr viel leistet“, kontert Hacker, dass es doch nicht angehe, dass bei einem solchen Thema Politik gemacht werde, „indem man Dinge gegeneinander ausspielt“.

Kettels Einwand, dass man beim Bau des Richard-Wagner-Museums einen Fehler gemacht habe, weil die Toiletten nach der Kasse seien, geht dabei fast unter. Hacker sieht, wie Bauske und Specht, die Rathstraße als den Königsweg zum öffentlichen Klo an.

Nach einiger weiterer Diskussion lässt der Bauausschuss den von Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe zur Abstimmung gebrachten Verwaltungsvorschlag hauchdünn durchfallen: Neun Gegenstimmen bei 17 Anwesenden.

Mit zehn Ja-Stimmen bekommt die Verwaltung den erneuten Prüfauftrag, ohne Versetzen der Garage auf dem Grundstück an der Rathstraße eine öffentliche Toilette unterzubringen.

 

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