Nach Volksfest-Absage Festwirt: Kein schriftlicher Vertrag mit dem Veranstalter

Keine Maß Bier im Bierzelt wird es auf dem Bayreuther Volksfest geben. Foto: dpa/Armin Weigel

Nach seiner überraschenden Volksfest-Absage sagt Festwirt Jochen Mörz, es gebe keinen schriftlichen Vertrag mit dem Veranstalter. Eine Konventionalstrafe erwartet er nicht. Die BMTG will sich zu internen Vertragsangelegenheiten nicht öffentlich äußern.

Hof ja, Bayreuth nein. Festwirt Jochen Mörz hat das Bayreuther Volksfest ab dem 3. Juni aus Personalmangel überraschend abgesagt, doch das Hofer Volksfest Ende Juli wird er wie vereinbart betreuen.

So lautet das Ergebnis einer Besprechung von Mörz mit Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) am Dienstag im Hofer Rathaus. Das Volksfest in Bayreuth könne aus Personalmangel nicht besucht werden, bekräftigte Nadine Mörz, die Tochter des Festwirts, die für Organisation und Management des Familienbetriebs zuständig ist. Zu Zeiten des Hofer Volksfestes gebe es parallel kein anderes Fest, das mit einem Bierzelt betreut werden müsse, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Deshalb gebe es auch keine extremen Personalprobleme.

In der Zeit des Bayreuther Volksfestes vom 3. bis 13. Juni ist die Familie mit ihrem Festzelt erstmals auf der Salzburger Dult zugegen, „wenn wir auch Bayreuth besuchen würden, bräuchten wir die doppelte Manpower“, erläuterte Nadine Mörz. Und die gebe es nun mal nicht. Einige gute Mitarbeiter hätten sich während der Corona-Pandemie einen anderen Job gesucht, neue Kräfte seien nur schwer zu finden. „Uns blutet das Herz, wir fahren gerne nach Bayreuth“, unterstrich die Tochter. Aber zwei Volksfeste parallel seien nicht machbar.

Wie Jochen Mörz auf Anfrage erläuterte, gab es mit dem Veranstalter des Volksfestes, der Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH (BMTG), gar keinen schriftlichen Vertrag für das aktuelle Fest. Es habe sich wie die Jahre zuvor um eine mündliche Absprache gehandelt. Er glaube nicht, dass es wegen der Absage zu einer Konventionalstrafe kommen werde. Manuel Becher, Geschäftsführer der BMTG, erklärte auf Anfrage, er werde sich zu internen Vertragsangelegenheiten nicht öffentlich äußern.

Die Salzburger Dult im Messezentrum der Stadt dauert vom 4. bis 12. Juni und ist das größte Volksfest Westösterreichs. Jährlich kommen rund 150.000 Besucher. Der Unterschied: Das Messezentrum werde zu 90 Prozent von der Brauerei bestückt, der Aufwand für den Wirt sei hier nicht so groß. „Wir waren gerne in Bayreuth, aber mit dem jetzigen Personal sind wir dazu nicht in der Lage.“ Man könne sich nur auf ein Fest konzentrieren.

Er könne noch nicht sagen, ob er im kommenden Jahr das Volksfest in Bayreuth betreuen wird. „Wenn die BTMG das möchte, bin ich bereit, für Gespräche nach Bayreuth zu fahren“, betonte der Festwirt. Wenn sich künftig ein Volksfest-Termin mit einem anderen überschneidet, werde man nur einen davon wahrnehmen, sei es nun Salzburg oder Bayreuth.

Die Absage in Bayreuth hatte im Hofer Rathaus für große Verunsicherung gesorgt. Deshalb war es am Dienstag zu einem Gespräch von Mörz mit Oberbürgermeisterin Döhla gekommen. Mörz bedauerte, dass die Meldung aus Bayreuth auch in Hof so große Wellen geschlagen habe. „Das ist unglücklich gelaufen.“ Für Hof stehe sein Stammpersonal bereit.

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