Nach Unwettern in der der Schweiz Noch drei Vermisste und schwere Schäden nach Hochwasser

Markus Brauer/
Luftaufnahme mit einer Drohne des vom Erdrutsch betroffenen Gebiets in Lostallo mit den von Steinen und Erde verschlungenen Häusern. Foto: Samuel Golay/Keystone/dpa

In der Schweiz wird das Ausmaß der Zerstörung nach Unwettern sichtbar. Drei Menschen werden noch vermisst. In Zermatt gibt es Aufatmen.

 
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Nach den schweren Unwettern am Freitag (21. Juni) werden in der Schweiz noch drei Menschen vermisst. Es regnete am Sonntag (23. Juni) weiter stellenweise, aber weniger heftig. Besonders betroffen waren die Kantone Graubünden und Wallis. In den Touristenort Zermatt am Matterhorn fuhren am Samstagabend (22. Juni) nach mehr als 24 Stunden Unterbrechung erstmals wieder Züge.

Die Zugstrecke der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) neben dem Fluss Vispa ist bei Stalden zu sehen. Foto: Keystone/Jean-Christophe Bott/dpa
Der Fluss Vispa im Kanton Wallis. In dem Touristenort Zermatt waren 24 zwei Flüsschen über die Ufer getreten. Foto: Keystone/Claude Volken/dpa

Autobahnstück Richtung Italien zerstört

Im Misoxtal nördlich des Comer Sees im Kanton Graubünden wurde am Sonntag weiter nach drei Vermissten gesucht. Ihre Häuser waren am späten Freitag bei einem Erdrutsch zerstört worden. Eine weitere zunächst vermisste Frau war am Samstagmorgen lebend gefunden worden.

Ein rund 200 Meter langes Stück der Autobahn A13 Richtung Italien wurde zerstört.

Bilder der Verwüstung in Graubünden und im Wallis

Ein rund 200 Meter langes Stück der Autobahn A13 Richtung Italien bei Lostallo wurde zerstört. Foto: Keystone/Samuel Golay/dpa
Die Schlammfluten hatten die Autobahn unterspült und Teile mitgerissen. Foto: Keystone/Samuel Golay/dpa
Das Wasser des Flusses Navisence staut sich in dem Rhein bei Chippis. Foto: Keystone/Jean-Christophe Bott/dpa
Nachdem eine Frau lebend geborgen werden konnte, werden noch 3 Personen vermisst. Mehrere Dutzend Menschen mussten in den Regionen Misox und Calanca aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Foto: Keystone/Samuel Golay/dpa
Einsatzkräfte beteiligen sich in Lostallo an den Aufräumarbeiten. Foto: Keystone/Ti-Press/Samuel Golay/dpa

Zermatt wieder mit Zug erreichbar

Zermatt war mehr als 24 Stunden von der Außenwelt abgeschnitten. Sowohl die Bahnlinie als auch die Zufahrtsstraße wurden gesperrt. Im Dorf selbst waren die Bäche über die Ufer getreten und donnerten krachend ins Tal. Nach einer Bahnunterbrechung am Freitagnachmittag durften die ersten Züge am Samstagabend wieder nach Zermatt fahren.

Rekord-Regenmenge in Graubünden

Graubünden erlebte nach Angaben des Wetterdienstes Meteonews 125 Millimeter Regen innerhalb von 24 Stunden. Sonst seien durchschnittlich 154 Millimeter im ganzen Juni üblich. Dazu kamen im gleichen Zeitraum mehr als 7000 Blitze. Mancherorts traten Gewässer über die Ufer.

230 Menschen seien im Misoxtal vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Dort wurde eine Straße auf 200 Metern unterspült und stürzte ein. Die Straße ins Tal war nur für Rettungskräfte geöffnet. Dort lagen nach Angaben der Polizei meterhohe Felsbrocken. Mehrere Ortschaften waren vom Strom abgeschnitten. Ein Autobahnstück an der Grenze zu Italien wurde wegen eines Erdrutsches gesperrt.

Touristen in Zermatt in Sicherheit, Geschäfte geöffnet

In Zermatt im Kanton Wallis waren der Triftbach und die Vispa am Freitag über die Ufer getreten. Sie rauschten teils über Straßen turbulent ins Tal. Die Uferwege waren gesperrt.

Weil auch die Bahnstrecke Richtung Täsch und weiter entlang der Hochwasser führenden Vispa führt, wurde sie gesperrt, ebenso die Zufahrtsstraße von Täsch nach Zermatt.

Auch im Val d’Anniviers im Kanton Wallis überschwemmten herabstürzende Bergbäche die Ufer und schwemmten Geröll Richtung Tal.

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